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Rente im Ausland: Diese Dokumente benötigen Ruheständler, so kommen sie an ihr Geld

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Von: Wolfgang DePonte

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Meerblick auf Mallorca: Viele Rentner träumen von einem Ruhestand unter Palmen.
Meerblick auf Mallorca: Viele Rentner träumen von einem Ruhestand unter Palmen. © Imago

Rund 1,75 Millionen Rentner beziehen ihre Rente im Ausland. Eine Übersicht zeigt, was Ruheständler bei einem Umzug in ein anderes Land beachten sollten.

München – Nicht nur besseres Wetter sorgt dafür, dass immer mehr Rentner den Lebensabend im Süden verbringen. Ein solcher Umzug kann auch schlicht wirtschaftliche Gründe haben. Mit einer durchschnittlichen Rente von 1000 Euro können bereits heute viele Rentner in der Bundesrepublik nur eingeschränkt leben. Insbesondere aufgrund der immer stärker steigenden Lebenshaltungskosten und der Besteuerung der Rente wird sich die Lage der Rentner in Zukunft wohl eher verschlechtern. Deswegen denken nicht wenige daran auszuwandern, denn in vielen Sonnen-Ländern liegen die Lebenshaltungskosten deutlich niedriger – und das bedeutet: Die Kaufkraft steigt und damit die Lebensqualität.

Rente: Das sind die Lieblingsziele für Ruheständler im Ausland

Beliebte Destinationen für eine Auswanderung sind wegen der deutlich niedrigeren Lebenshaltungskosten vor allem außereuropäische Ziele. Südostasiatische Länder wie Bali (Indonesien), Thailand, Kambodscha oder die Philippinen sind die Favoriten. Rentner, die nicht ganz so weit weg möchten, landen in der Türkei, in Bulgarien oder in Portugal.

Bekommt man auch ins Ausland die Rente überwiesen?

Wer nur öfter oder länger verreist, vielleicht den kompletten Winter auf den Kanaren verbringen will, für den ändert sich nichts. Bei einem vorübergehenden Auslandsaufenthalt überweist die Rentenversicherung die volle Rente. Auch für Rentner, die auf Dauer in ein EU-Land umziehen wollen, zum Beispiel in die bisherige Ferienwohnung in Spanien, ändert sich in der Regel nichts. Das gilt auch für Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz. Wer im Ruhestand dauerhaft „das Weite“ sucht (zum Beispiel in Kanada), der erhält in den allermeisten Fällen auch dort ebenfalls wie gewohnt seine Altersversorgung in voller Höhe. Denn mit Kanada besteht ein Sozialversicherungsabkommen. Das gilt auch noch für 20 weitere Länder, darunter auch Australien, Brasilien, Israel, Philippinen, USA und Tunesien.

Zielort: Wo eine Renten-Kürzung droht

Geht „die Reise auf Dauer“ in ein Land, das nicht zur EU gehört und mit dem auch kein Sozialversicherungsabkommen besteht, so kann es zu Abzügen bei der Rente kommen. Wie hoch die im Einzelfall sind, wird individuell ermittelt.

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Rente im Ausland: Wohin wird das Geld überwiesen?

Auf welches Konto die Rente gehen soll, entscheidet der Rentner selbst. Dazu muss die Bankverbindung genannt sowie eine Zahlungserklärung eingereicht werden, auf der die Bank die Kontoverbindung bestätigt. Die Kosten für die Überweisung übernimmt die Rentenversicherung. Etwaige Bankgebühren oder Kursverluste gleicht die Rentenversicherung aber nicht aus.

1,75 Millionen Renten gehen ins Ausland

Die Deutsche Rentenversicherung überweist rund 1,75 Millionen Renten (das sind rund sieben Prozent aller Renten) ins Ausland, den Großteil an ehemalige Gastarbeiter, die ihre Altersbezüge in die Heimat überwiesen bekommen. Rund 240.000 Renten gehen an deutsche „Auswanderer“. Die meisten davon leben nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung in der Schweiz (26.000), Österreich (25.000), USA (24.000), Frankreich (17.700), Niederlande (10.500) und Italien (7268). In Griechenland bekommen rund 100.000 Menschen eine Rente aus Deutschland, davon sind 3000 deutsche „Auswanderer“, in der Türkei sind es rund 75.000, davon sind 3190 Rentner aus Deutschland.

Wichtiges Dokument: Die Lebensbescheinigung

Nach einem Wegzug ins Ausland prüft der Rentenservice der Deutschen Post jährlich, ob der Rentenempfänger noch lebt. Dazu muss einmal im Jahr eine „Lebensbescheinigung“ ausgefüllt werden. Für Länder, die Todesfälle zuverlässig melden, gilt das nicht. Dazu zählen zum Beispiel Spanien und die Schweiz.

Dem Renten-Service der Deutschen Post sollte der Umzug zwei Monate vor der Abreise mitgeteilt werden. Dann kann umgestellt und die Rente lückenlos gezahlt werden.

Rente: Steuern im Ausland – Das gilt es zu beachten

Auch hier hängt es zunächst davon ab, ob man sich nur vorübergehend oder dauerhaft im Ausland aufhält. Bei unter sechs Monaten ändert sich steuerlich nichts. Man bleibt weiter in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig. Lebt man dauerhaft im Ausland, ist man in Deutschland hingegen beschränkt steuerpflichtig. Das bedeutet, dass für den Rentner der Grundfreibetrag entfällt und das steuerpflichtige Einkommen ab dem ersten Euro besteuert wird.

Außerdem fällt der Vorteil des Ehegattensplittings weg und man kann auch keine außergewöhnlichen Belastungen (Krankheitskosten) mehr geltend machen. Das kann man jedoch umgehen, wenn man mehr als 90 Prozent der Einkünfte aus Deutschland bezieht und beim zuständigen Finanzamt einen Antrag auf unbeschränkte Steuerpflicht stellt. Dann kann man auch den Grundfreibetrag wieder nutzen. (Maik Heitmann/wdp)

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