Rentner im Park
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In Westdeutschland fällt die Rentenerhöhung in diesem Jahr komplett aus.

Institut der deutschen Wirtschaft

Corona-Krise: Rentenkasse unter Druck - Arbeitnehmern droht kräftiger Anstieg der Rentenbeiträge

  • Josef Forster
    vonJosef Forster
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Die Corona-Krise macht sich im Geldbeutel der deutschen Rentenbezieher bemerkbar. Jetzt kommt erst mal eine Nullrunde. Doch auch für die Beitragszahler sind die Aussichten düster.

Köln/München - Die Corona-Pandemie* hält Deutschland weiter im Würgegriff. Zwar nimmt die Impfkampagne langsam Fahrt auf, aber bis die Lage tatsächlich unter Kontrolle ist, wird es noch dauern. Doch die finanziellen Auswirkungen sind schon längst sichtbar - auch für Rentner.

Denn in Westdeutschland stagnieren die Renten, in Ostdeutschland wird es ab Juli eine Mini-Erhöhung geben. Dabei hätte es auch anders kommen können. Ökonom Jochen Pimpertz vom arbeitgebernahen Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln macht die Bundesregierung für die Nullrunde verantwortlich. In einem aktuellen Beitrag kritisiert er die „üppige Rentenerhöhung“ im vergangenen Jahr - obwohl damals die Auswirkungen der Corona-Pandemie abschätzbar gewesen seien.

Renten von Corona-Krise betroffen - vor allem in Westdeutschland

Die Renten orientieren sich grundsätzlich an der Lohnentwicklung, allerdings um ein Jahr zeitverzögert. So zieht die Rentenanpassungsformel einen Zusammenhang zwischen der Bruttolohnentwicklung des Vorjahres und den Renten - generationenübergreifend soll so ein Gleichgewicht zwischen Beitragszahlern und Leistungsbeziehern hergestellt werden.

Im Corona-Jahr 2020 stagnierten die Löhne, doch sollen Rentner deshalb keine Kürzung erfahren müssen. Die Rentenkasse hole sich das Geld in besseren Jahren wieder zurück, schreibt Pimpertz. Dieser Mechanismus wird in den kommenden Jahren wohl auf Kosten der Folgegenerationen fallen, da der „Nachholfaktor“ ausgesetzt ist.

Das Finanzinstrument gewährleistet eigentlich, dass die Pensionen in Zukunft nicht stärker steigen als die Löhne. Steigen nun in den nächsten Jahren die Löhne wieder, „ergeben sich Erhöhungsspielräume für die Renten, die aber wegen des ausgesetzten Nachholfaktors bis zur Mitte des Jahrzehnts nicht mit dem aktuellen Minus verrechnet werden dürfen“, erklärt der Ökonom. Die Folge: Steigende Belastungen für Beitragszahler.

Rente: Beitragszahler müssen wegen Corona-Krise blechen

Derzeit trifft das Coronavirus die deutsche Wirtschaft hart. Sobald das Virus zurückgedrängt ist, sollte die Konjunktur wieder anspringen und so die Löhne steigen. Für Beitragszahler wird es deshalb teuer, rechnet IW-Mann Pimpertz. Derzeit liegen die Rentenbeiträge bei 18,6 Prozent. Der Ökonom erwartet jedoch, dass die Renten überdurchschnittlich steigen werden - in Kombination mit der alternden Bevölkerung könnte der Beitragssatz dann bei rund 21 Prozent liegen. Das wären 0,3 bis 0,4 Prozentpunkte mehr als ohne Corona. (jjf)

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