1. Startseite
  2. Wirtschaft

Rente: Extra-Geld dank Kindererziehung - So geht‘s

Erstellt:

Von: Patricia Huber

Kommentare

Für die Erziehung der Kinder geht Eltern oft wertvolle Arbeitszeit für die spätere Rente verloren. Doch ein Ausgleich schafft Abhilfe.

Berlin - Damit Eltern durch die Erziehungszeit ihrer Kinder keinen finanziellen Nachteil haben, wird diese bei der Berechnung der gesetzlichen Rente* miteinbezogen. Dabei gibt es jedoch ein paar wichtige Punkte, die Eltern unbedingt beachten sollten, um später das Geld für die Erziehungszeit auch wirklich zu erhalten.

Rente: Mehr Geld dank Erziehungszeit - Eltern müssen sich selbst kümmern

„Wir wissen: Kindererziehung kostet Zeit – auch Ihre Arbeitszeit. Daher sorgen wir für einen Ausgleich und rechnen Ihnen bestimmte Zeiten während der Kindererziehung so an, als hätten Sie eigene Beiträge eingezahlt“, schreibt die Deutsche Rentenversicherung (DRV) auf ihrer Website. Dieser Ausgleich muss jedoch beantragt werden. Dazu müssen Berechtigte das Formular V0800 der Deutschen Rentenversicherung ausfüllen. Der Antrag kann bis zum Renteneintritt* gestellt werden - also auch noch Jahre nach der eigentlichen Erziehungszeit.

Wie viel Erziehungszeit den Eltern zugeschrieben wird, hängt vom Geburtsjahr des Kindes ab. Ist der Nachwuchs vor 1992 zur Welt gekommen, werden den Eltern pro Kind bis zu zwei Jahre und sechs Monate gutgeschrieben. Für alle Kinder, die nach 1992 geboren sind, beläuft sich die Zeit auf bis zu drei Jahre.

Erziehungszeit: Um so viel kann sich die Rente erhöhen

Die gutgeschriebene Erziehungszeit wirkt sich dann direkt auf die spätere Rente aus. Ein Jahr Kindererziehungszeit erhöht die Rente so, als hätte die Mutter oder der Vater in dieser Zeit durchschnittlich verdient und Rentenbeiträge gezahlt. So macht ein Jahr Erziehungszeit am Ende circa. 30 Euro Rente pro Monat aus.

Auch wichtig: Wenn Eltern in der Erziehungszeit weiterarbeiten, erhalten sie das Geld zusätzlich zu den Ansprüchen aus dem Job. Hierbei muss jedoch eine Höchstgrenze, die sogenannte Beitragsbemessungsgrenze, beachtet werden. Das Bruttoeinkommen, was über diese Grenze hinausgeht, wird bei der Berechnung der späteren Rente nicht berücksichtigt. Somit profitieren Top-Verdiener auch kaum vom Vorteil der Erziehungszeit.

„Bereits ab einem monatlichen Brutto­gehalt von rund 3.640 Euro im Westen und 3.420 Euro im Osten erhalten Beschäftigte nicht mehr die vollen Ansprüche für die Erziehung“, erklärt die Stiftung Warentest. Wer selbstständig ist und nicht in die Rentenversicherung einzahlt, erhält die vollen Ansprüche für die Kindererziehung - unabhängig vom Verdienst.

Rente & Erziehungszeit: Eltern können selbst entscheiden, wer den Anspruch erhebt

Eltern können grundsätzlich frei entscheiden, wem von beiden die Erziehungszeit gutgeschrieben wird. Am Ende kann aber nur ein Elternteil den Vorteil zu selben Zeit in Anspruch nehmen. Hierbei können die Erziehungsberechtigten darauf achten, ob der Vater oder die Mutter im Job mehr verdient*. Dann ist es lohnenswert, wenn der Elternteil, der weniger verdient, die Erziehungszeit beantragt. So kann ein Übersteigen der Höchstgrenze eventuell vermieden werden.

Grundsätzlich hat die Mutter den Anspruch auf die Erziehungszeit. Möchte das Paar das ändern, benötigt die Rentenversicherung eine gemeinsame, übereinstimmende Erklärung hierfür. Aber Achtung: Die Erklärung ist nur maximal zwei Monate rückwirkend möglich. Werdende Eltern sollten sich hier also schon früh Gedanken machen.

Aber nicht nur leibliche Eltern können die Berücksichtigung der Erziehungszeit beanspruchen. Auch Adoptiv-, Stief- oder Pflegeeltern können diese Leistung beantragen. Dasselbe gilt für Großeltern oder Verwandte, wenn das Kind dort dauerhaft in häuslicher Gemeinschaft als Pflegekind wohnt. Dann darf jedoch kein Obhuts- oder Erziehungsverhältnis mehr zu den leiblichen Eltern bestehen. (ph) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Auch interessant

Kommentare