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Studie: Arbeiter haben deutlich weniger von der Rente als Angestellte und Beamte

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Arbeiter haben laut einer Studie des DIW eine kürzere Lebenserwartung und damit weniger von der Rente.
Arbeiter haben laut einer Studie des DIW eine kürzere Lebenserwartung und damit weniger von der Rente. © Marius Becker/dpa

Harte Jobs am Bau oder in der Pflege drücken auf die Lebenserwartung. Das zeigt eine Studie des DIW. Danach haben Beamte deutlich mehr von ihrer Rente als Arbeiter und Pflegekräfte.

Berlin - Viele Deutsche freuen sich auf den Ruhestand, lange, bevor dieser tatsächlich in Sicht ist. Doch wie lange man seine Rente* genießen kann, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Wie der Sozialverband VdK am Montag (16.08.) in Berlin mitteilte, haben Menschen in Berufen mit hoher Belastung wie Arbeiter und Pflegekräfte eine deutlich niedrigere Lebenserwartung als Menschen mit geringeren Beanspruchungen wie etwa Angestellte oder Beamte. Forderungen nach einem höheren Renteneintrittsalter seien somit „nicht fair“.

Besonders Lkw-Fahrer, Bauarbeiter oder Altenpfleger seien einer hohen beruflichen Belastung ausgesetzt. Laut Verbandspräsidentin Verena Bentele hat dies deutliche Auswirkungen auf die Lebenserwartung. Sie verwies dabei auf eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), die im Auftrag des Sozialverbands erstellt wurde. Im Schnitt lebten Rentner aus Berufsgruppen mit hoher Belastung rund drei Jahre kürzer als Menschen aus Berufsgruppen mit geringeren Bealstungen.

Rente: Beamte beziehen deutlich länger Ruhestandsbezüge als Angestellte und Arbeiter

Besonders gravierend sind die Unterschiede bei Männern. Laut Studie leben männliche Beamte im Schnitt vier Jahre länger als gleichaltrige Mitbürger. So könne man als Beamter, der das 65. Lebensjahr erreicht, mit durchschnittlich 21,5 Renten-Jahren rechnen. Zum Vergleich: Angestellte und Selbstständige können auf 19 Jahre im Ruhestand hoffen. Besonders heftig fällt der Unterschied zu Arbeitern aus: Diese haben nach Renteneintritt durchschnittlich noch 15,9 Jahre zu leben und damit 5,6 Jahre weniger als Beamte.

Bei Frauen fallen die Unterschiede weniger gravierend aus. Laut DIW-Studie haben Arbeiterinnen rund drei Jahre weniger Lebenszeit als Beamtinnen.

VdK: Einheitliche Rentenversicherung statt soziale Spaltung

Wer hart arbeitet, erhält aufgrund der kürzeren Lebenserwartung auch weniger Rente. Der VdK fordert daher eine abschlagsfreie Rente mit 63 für gewisse Berufsgruppen mit hoher körperlicher Belastung. Denn wie die DIW-Zahlen belegen, profitieren vor allem Gut-Verdiener aus physisch wenig belastenden Berufen von vergleichsweise langen Renten-Bezügen. Personen, die zur niedrigsten Einkommensgruppe gehören, haben eine durchschnittliche Lebenserwartung von 82,6 Jahren, während die höchste Einkommensgruppe im Schnitt fünf Jahre länger lebt.

Der VdK lehnt daher Vorschläge zu Erhöhung des Renteneintrittsalters zur Stabilisierung der Rentenkasse ab. Laut Bentele würde das die „soziale Spaltung in der älteren Bevölkerung weiter verschärfen und zu noch mehr Altersarmut führen.“ Man brauche „eine Rentenversicherung, in die alle Erwerbstätigen einzahlen: Arbeiter, Angestellte, Selbstständige und eben auch Politiker und Beamte.“ Nur so ließe sich das Rentensystem auf Dauer stabilisieren und die soziale Spaltung bekämpfen. (dpa/pb)

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