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Rente: Länger arbeiten? Industrie warnt vor platzender Ampel-„Gleichung“

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BDI-Chef Russwurm im Interview
Siegfried Russwurm, neuer Präsident vom Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), im Rahmen eines dpa-Interviews. © Jörg Carstensen/dpa

Die Rente bleibt auch nach der Bundestagswahl Streitthema. BDI-Chef Russwurm denkt über eine längere Lebensarbeitszeit nach. Er sieht die Ampel auf falschem Kurs.

Berlin - Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Siegfried Russwurm, hat eine Debatte über eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit gefordert. „Die Politik will keine längere Lebensarbeitszeit, will keine Sozialversicherungsbeiträge über 40 Prozent, will das Rentenniveau auf mindestens 48 Prozent halten - die Gleichung geht nicht auf“, sagte Russwurm den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Sonntag).

Man brauche zukunftweisende Reformen bei der Rente. „Auch eine verlängerte Arbeitszeit sollte nicht weiterhin von der Politik ausgeschlossen werden“. SPD, Grüne und FDP haben in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart, dass es keine Rentenkürzungen und keine Anhebung des gesetzlichen Renteneintrittsalters geben soll.

Rente: Industrie-Chef fordert längere Lebensarbeitszeit - Scheele sieht darin keine ad-hoc-Lösung

Mit Blick auf die Corona-Pandemie müsse man Lehren ziehen, so der BDI-Präsident weiter. „Es geht nicht darum, nur den Vorkrisenzustand zu erreichen. Wir müssen unseren Standort zukunftsfest machen und besser werden.“ Um das Problem zu lösen, könnten die Lebensarbeitszeit und Einwanderung von Experten ein Hebel sein.

Der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele, sieht in einer Erhöhung des Renteneintrittsalters keine Lösung für den anhaltenden Fachkräftemangel - vor diesem hatte zuletzt auch Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) in einer Regierungserklärung gewarnt. „Die Erhöhung des Renteneintrittsalters würde nicht auf einen Schlag eingeführt sondern gestaffelt. Es würde bei der jetzigen Fachkräftesituation gar nicht helfen“, sagte Scheele den Zeitungen der Funke Mediengruppe. (dpa/fn)

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