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Rente mit 63: So klappt es mit dem Frühruhestand - Ansprüche, Abschläge und Voraussetzungen

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Von: Josef Forster

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Früher in den Ruhestand? Für viele ist das verlockend. Welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, was es zu beachten gilt. Das Wichtigste auf einen Blick.

München - Reisen, Zeit mit der Familie verbringen oder einfach Nichts tun. Viele Menschen haben eine genaue Vorstellung davon, wie sie ihren Ruhestand verbringen wollen. Für die Rente gibt es jedoch gesetzliche Vorgaben, die unter anderem die Dauer der Erwerbstätigkeit und das Renteneintrittsalter regeln.

Rente mit 63 - Wann ist die Frührente möglich?

Generell gilt: Wer 35 Beitragsjahre geleistet hat, kann mit 63 Jahren in Rente gehen. Die Rentenhöhe fällt jedoch etwas kleiner aus. Die „Alters­rente für lang­jährig Versicherte“ wird für jeden Monat, den der Versicherte früher in Rente geht, um 0,3 Prozentpunkte gemindert. Verabschiedet sich ein Früh-Pensionär zwei Jahre vor dem regulären Renten-Eintrittsalter in den Ruhestand, bekommt er 7,2 Prozent weniger von der Rentenkasse überwiesen.

Es ist allerdings auch eine abschlagsfreie Rente ab 63 möglich. Für Versicherte, die 45 Beitragsjahre vorweisen können, greift die „Alters­rente für besonders lang­jährig Versicherte“. Erwerbstätige, die vor 1953 geboren wurden und auf eine lange Beschäftigungsbiographie zurückblicken können, können so schon mit 63 in den Ruhestand gehen. Ruheständler müssen dafür einen Antrag bei der Deutschen Rentenversicherung stellen. Die Regelung gibt es seit 2014.

Rente mit 63: Wirkt sich die Corona-Krise auf zukünftige Rentenbeiträge aus?

Während der Corona-Pandemie litt die Wirtschaft. Auch an den Beschäftigten ging die Wirtschaftskrise nicht spurlos vorbei: Viele Erwerbstätige wurden in Kurzarbeit geschickt oder verloren sogar ihren Job. Doch welche Auswirkungen hat das auf die künftige Rente?

Die Kurzarbeit hat nur geringen Einfluss auf die Rentenhöhe. Als Grundlage dienen 80 Prozent des Gehalts, das durch die Kurzarbeit entfällt. Die Beiträge zur Rentenversicherung werden dementsprechend aufgestockt. Ähnlich sieht es bei Arbeitslosigkeit aus. Beziehen Erwerbstätige das Arbeitslosengeld I fließen Beiträge auf Basis der 80 Prozent von dem Gehalt, mit dem die Rentenbeiträge errechnet wurden, in die Versicherung. Erwerbstätige sollten besonders bei Teilzeit-Jobs vorsichtig sein. Bei einer „halben“ Stelle fließt nur die Hälfe der Beiträge in die Rentenkasse. Zwar zählen die Jahre in Teilzeit als Beitragsjahre, die Rentenhöhe fällt jedoch niedriger aus.

Frührente für Schwerbehinderte

Ohne Abschlagszahlungen können auch Menschen in Rente gehen, deren Grad der Behinderung mindestens 50 beträgt. Ab dem Geburtsjahrgang 1964 steigt das Renteneintrittsalter bis 65. Schwerbehinderte müssen für den früheren Renteneintritt mindestens 35 Beitragsjahre vorzeigen. Es zählen aber auch Zeiten, in denen aus persönlichen Gründen nicht eingezahlt werden konnte. Dazu gehören beispielsweise Studium, Krankheit oder Schwangerschaft.

Frührente: Abschlagszahlungen ausgleichen - mehr Rente im Ruhestand

Für Erwerbstätige, die vor ihrem 65. Rentenjahr in den Ruhestand gehen wollen, gibt es eine Möglichkeit, Abschläge abzufedern. Vor Renteneintritt kann die Rente durch private Einzahlungen verbessert werden. Besondere Vorsicht ist bei der Renten-Doppelbelastung geboten. In laufenden Prozessen entscheidet der Bundesfinanzhof, ob der Fiskus Rentner zweimal zur Kasse bittet - und so womöglich einen Verfassungsbruch begeht. Sollte das Urteil zu Gunsten der Kläger ausfallen, dürften sich Rentner über die Rückerstattung zu viel gezahlter Steuern freuen. (jjf)

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