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Rente und Nebenjob: Wichtige Frist läuft ab - Das müssen Ruheständler jetzt wissen

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Von: Jonas Raab

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Für Rentner gelten seit der Coronapandemie besondere Regeln. Eine davon läuft bald aus.
Für Rentner gelten seit der Coronapandemie besondere Regeln. Eine davon läuft bald aus. © Frank Sorge/imago

Wer sich im vorzeitigen Ruhestand befindet und trotzdem arbeitet, sollte eine wichtige rechtliche Änderung beachten - Ansonsten droht eine Kürzung der Rente.

Berlin - Immer mehr Ruheständler arbeiten. Sei es, weil das Loslassen vom Job schwerfällt oder weil die Rente mau ausfällt. Es gibt viele Gründe, auch im Alter zu arbeiten. Dabei gibt es jedoch einige Spielregeln und eine bald ablaufende Frist zu beachten, damit der gesetzliche Rentenbezug nicht darunter leidet.

Generell gilt: Als Nebenverdienste gelten sowohl der Lohn aus einem Angestelltenverhältnis als auch Einnahmen aus selbstständiger Arbeit oder einem Gewerbebetrieb. Wie viel man als Ruheständler verdienen darf, hängt in erster Linie vom Renteneintrittsalter ab. Wer nach Erreichen der Regelaltersgrenze in den Ruhestand geht, hat bei einem Nebenverdienst keine Abzüge bei der Rente zu befürchten. Wer früher (und mit Abschlägen) in Rente geht, darf seit der Einführung des Flexi-Rentengesetzes 2017 bis zu 6300 Euro im Jahr dazuverdienen. Was darüber hinaus eingenommen wird, wird zu 40 Prozent von den Rentenbeiträgen abgezogen. Eigentlich, denn derzeit gibt es ein entscheidendes Aber.

Nebenjob im Ruhestand: Corona-Sonderregel bei Hinzuverdienstgrenze läuft aus

Im ersten Pandemiejahr wurde die Hinzuverdienstgrenze für Frührentner von 6300 Euro auf stattliche 44.590 Euro angehoben, 2021 sogar auf 46.060 Euro. Damit versuchte die Regierung, dem gestiegenen Personalbedarf in vielen Berufszweigen, etwa im Gesundheitswesen, entgegenzuwirken.

Nach bisherigen Planungen gilt ab 2022 aber wieder die alte Grenze von 6300 Euro. Heißt: Bezieher einer Alters-Frührente, die in einem Kalenderjahr mehr als 6.300 Euro brutto verdienen, müssten dann wieder mit einer Kürzung ihrer Rente rechnen. Ein Steuerberater kann ausloten, ob und wann sich ein Hinzuverdienst im Einzelfall lohnt oder nicht.

Rentenversicherung: Das müssen Ruheständler beachten, wenn sie einen Nebenjob annehmen

Was man bei der Gesamtrechnung nicht außer Acht lassen darf: Für Frührentner ist eine Nebenbeschäftigung im Gegensatz zu Regelruheständlern rentenversicherungspflichtig. Sie zahlen also weiterhin in die Rentenkasse ein und bekommen dann, wenn sie die Regelaltersgrenze erreichen, mehr Geld.

Rentner, die diese Grenze – sie wird seit 2012 stufenweise angepasst – schon erreicht haben, müssen bei einem Nebenverdienst nicht mehr in die Rentenversicherung einzahlen, können es aber auf freiwilliger Basis tun, um so ihre Bezüge zu erhöhen. Eine Ausnahme bildet die geringfügige Beschäftigung auf 450-Euro-Basis, also der Minijob. Hier kann der Eigenanteil in die Rente investiert werden – oder auch nicht.

Diese Meldepflichten gelten für Nebenverdienste im vorzeitigen Ruhestand

Auch Meldepflichten gibt es zu beachten: Frührentner, die einen Nebenjob ausüben, müssen das ihrem gesetzlichen Rentenversicherer melden – genau wie die voraussichtliche Höhe des zusätzlichen Einkommens. Im darauffolgenden Jahr kommt es dann zur sogenannten Spitzabrechnung. Die Rentenversicherung fordert dann den Frührentner auf, sein tatsächlich erzieltes Arbeitsentgelt für das zurückliegende Jahr zu melden. Die auslaufende Corona-Sonderregel sollte deshalb schon jetzt einberechnet werden. (jo)

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