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Jungpolitiker fordert radikalen Renten-Umbau: Renten runter, Beiträge rauf

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Von: Patricia Huber

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Das deutsche Rentensystem steht auf der Kippe. Eine Stiftung setzt sich dafür ein, die Rente auch für die nächsten Generationen zu sichern – mit radikalen Forderungen.

München/Berlin – Das deutsche Rentensystem sorgt immer wieder für hitzige Diskussionen. Einige Ökonomen sind der Meinung, dass zur Stabilisierung der Rente eigentlich ein höheres Eintrittsalter als die bisherigen 67 Jahre vonnöten wären. Auch die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer sprach sich gegenüber Merkur.de dafür aus, hohe Renten zu kürzen und die Renten auch nicht mehr so schnell steigen zu lassen, wie die Löhne.

Stiftung: Rente nicht „generationengerecht“

Eine ähnliche Meinung vertritt auch die „Stiftung für die Rechte zukünftiger Generationen“ (SRzG). Die wichtigste Forderung der Stiftung ist laut Angaben auf deren Website, dass auch Abgeordnete in die gesetzliche Rentenversicherung miteinbezogen werden. Auch für Beamte solle es kein Sondersystem geben.

Der Politikwissenschaftler Jörg Tremmel ist Vorstandssprecher der Stiftung, die sich als eine Lobby für junge Bürger versteht. Im Interview mit focus.de erklärt er, dass er das derzeitige Rentensystem nicht für generationengerecht hält. „Generationengerecht wäre es, wenn die Lasten zwischen Jung und Alt geteilt würden“, macht er deutlich.

Rentensystem gerechter machen: Beitragssätze rauf, Rentenniveau runter

Doch wie könnte man das System gerecht umfunktionieren, sodass die Lasten auch gerecht aufgeteilt wären und nicht eine Seite das Nachsehen hat? Dazu macht Tremmel einen konkreten Vorschlag: „Die Jüngeren müssen etwas mehr zahlen, aber die Älteren müssen auch bereit sein, etwas weniger zu bekommen.“ Sprich: Rentenbeiträge hoch, Rentenniveau runter. Es müsse an beiden Stellschrauben gedreht werden.

Dass die großen Parteien diese Reformvorschläge bei der nächsten Bundestagswahl auf die Agenda setzen, hält Tremmel jedoch für unwahrscheinlich. „Bei der jüngsten Bundestagswahl waren nur noch 15 Prozent der Wahlberechtigten unter 30. Aber gut ein Drittel über 60 Jahre alt. Die rentenpolitischen Interessen der älteren Generation sind quasi gesetzt“, sagt er focus.de. Er fordert die Jugend auf, laut zu werden und zu protestieren. (ph)

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