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Trotz Corona: Renten-Chefin macht allen Senioren große Hoffnungen

  • Thomas Schmidtutz
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Nach einer Nullrunde für 2020 dürfen sich Rentner in Deutschland im nächsten Jahr wieder auf eine Anhebung freuen. Das machte die Chefin der Deutschen Rentenversicherung jetzt deutlich.

Berlin - Die Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung, Gundula Roßbach, hat nach der jüngsten Nullrunde für 2020 Hoffnung auf eine Rentenerhöhung im kommenden Jahr gemacht. „Die Prognosen gehen bisher davon aus, dass die Löhne gegenüber dem Vorjahr wieder steigen werden, vor allem weil es 2021 weniger Kurzarbeit geben soll als im vergangenen Jahr. „Insofern erwarte ich eine wieder positive Entwicklung für die Rentner im kommenden Jahr“, sagte Roßbach der Düsseldorfer Rheinischen Post. „Voraussetzung ist natürlich, dass die dritte Welle der Pandemie nicht bis Dezember andauert.“

Wegen der Corona-Pandemie fällt die sonst übliche Erhöhung der Altersbezüge im Westen Deutschlands in diesem Jahr aus. Die Rentner im Osten erhalten ein kleines Plus von 0,72 Prozent. 2020 hatte es trotz des massiven Wirtschaftseinbruchs wegen der Corona-Pandemie eine kräftige Rentensteigerung um 4,2 Prozent im Osten und 3,45 Prozent im Westen gegeben.

Rente: Mehrere Faktoren bestimmen künftige Rentenhöhe

In die Berechnung der künftigen Renten fließen mehrere Faktoren ein. Neben einem Nachhaltigkeitsfaktor, der das Verhältnis zwischen Beitragszahlen und Rentenempfängern abbildet, berücksichtigt die sogenannte Rentenanpassungsformel dabei vor allem die Brutto-Lohnentwicklung.

Insgesamt sieht Roßbach die Rentenversicherung finanziell in einer stabilen finanziellen Verfassung. „Wir sind bisher sehr gut durch die Pandemie gekommen“, sagte sie. „Die guten Jahre vor der Krise haben uns eine relativ hohe Nachhaltigkeitsrücklage von aktuell rund 35 Milliarden Euro beschert“.  Zudem seien die Beitragseinnahmen 2020 trotz der Krise höher gewesen als 2019, sagte Roßbach. „Wir werden die Rücklage auch in diesem Jahr abbauen müssen, aber nicht so stark, dass wir von einer Schieflage sprechen könnten.“

Optimistisch zeigte sie sich auch mit Blick auf die Rentenbeiträge. „Bis 2025 können wir nach heutigem Stand beide Haltelinien halten: Der Beitragssatz wird nach den Prognosen nicht über 20 Prozent steigen und das Rentenniveau nicht unter 48 Prozent sinken.“ Der Beitragssatz werde nach den Vorausberechnungen 2023 um 0,5 Prozentpunkte auf 19,1 Prozent steigen. „Bei der Oktober-Schätzung hatten wir noch mit einem Anstieg auf 19,3 Prozent gerechnet“, sagte Roßbach.

Flexi-Rente könnte verlängert werden

Roßbach regte an zu prüfen, ob die in der Corona-Krise stark verbesserten Hinzuverdienstregeln bei der Flexi-Rente erhalten bleiben können. „In der Pandemie ist die Hinzuverdienstgrenze bei vorgezogenen Altersrenten von 6300 Euro im Jahr angehoben worden. Bis Ende 2021 darf man nun 46.000 Euro anrechnungsfrei zu dieser Rente hinzuverdienen“, sagte sie. „Ich erwarte, dass das die Flexi-Rente attraktiver macht.“ Es solle evaluiert und geprüft werden, „ob es Sinn macht, auch nach der Pandemie an den großzügigeren Hinzuverdienstregeln festzuhalten“, sagte sie.

Nötig sei zudem ein neues Denken mit Blick auf die Menschen im fortgeschrittenen Erwerbsalter. „Die Kompetenzen Älterer sind weiterhin vielfältig einsetzbar, vor und nach dem Rentenbeginn“, sagte Roßbach, die auch Mitglied der Rentenkommission der Bundesregierung ist. „Wir sollten flexibler werden und wegkommen von dieser starren Grenze im Kopf, die das Renteneintrittsalter bisher setzt“, sagte sie. (dpa/utz)

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