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Internes Dokument: Rente soll in den kommenden Jahren drastisch steigen

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Von: Markus Hofstetter

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Nach dem Stillstand 2021 können sich Rentner bis 2035 auf eine jährliche Steigerung der Bezüge freuen. Die Standardrente könnte sich auf über 2000 Euro erhöhen.

Berlin - In diesem Jahr hat die Corona-Pandemie* die rund 21 Millionen Ruheständler in Deutschland um eine Rentenerhöhung gebracht. Im Westen gab es eine Nullrunde, im Osten nur ein Minusplus von 0,72 Prozent.

Doch das soll sich ändern, den Rentnern stehen goldene Jahre bevor. Bereits im kommenden sollen die Renten* in Westen mit 5,2 Prozent so stark steigen wie seit 38 Jahren nicht. Im Osten könnten es sogar plus 5,9 Prozent werden. 2023 soll es in diesem Umfang weitergehen. Im Westen wird einen Rentenerhöhung von 4,9 Prozent erwartet, im Osten von 5,7 Prozent. Dabei handelt es sich allerdings um Schätzungen, endgültige Klarheit wird es erst im März 2022 geben.

Rentner stehen goldene Zeiten bevor: Rentenplus von 37 Prozent bis 2035

Dabei soll es nicht bleiben. Das geht aus dem noch unveröffentlichten Rentenversicherungsbericht* 2021, der jedoch der dpa vorliegt. Demnach wird bis 2035 eine durchschnittliche Steigerungsrate von 2,3 Prozent erwartet. Insgesamt betrachtet gehen die Schätzer nach aktueller Berechnung von einem Rentenplus von 37 Prozent bis dahin aus. 

Die Betrachtung eines sogenannten Standardrentners zeigt, um welche Summe es dabei geht. Ein Standardrentner ist eine Person, die 45 Jahre voll durcharbeitet, jedes Jahr den Durchschnittslohn aller Rentenversicherten bezieht und davon die vollen Beiträge in die Rentenkasse einzahlt. Die aktuelle Standardrente, auch Eckrente genannt, würde im Westen von 1538,55 Euro brutto auf 2107,81 Euro steigen, ein plus von rund 569 Euro. In den neuen Bundesländern könnte ein Standardrentner in 14 Jahren 2048,63 Euro erhalten, aktuell sind es brutto 1495,35 Euro. 

Zwei Rentner im Winter
Rentner in Deutschland können sich über Jahre hinweg über steigende Bezüge freuen © Frank van Delft/imago

Rentner stehen goldene Zeiten bevor: Bund unterstützt Rentenkassen mit über 100 Milliarden Euro

Die Prognosen lassen Politiker und Wirtschaftswissenschaftler aufhorchen. Der Generalsekretär des Wirtschaftsrats der CDU, Wolfgang Steiger, sagte der Bild: „Die angekündigte Rentenerhöhung um über zehn Prozent in den nächsten zwei Jahren ist geradezu grotesk.“ Prof. Bernd Raffelhüschen von der Universität Freiburg warnt laut der Zeitung sogar vor einem Ruin der Rentenkasse.

Schon jetzt kommt die Rentenkasse mit dem Beiträgen der Einzahler nicht aus. Für dieses Jahr werden die Einnahmen der Rentenkasse auf 341,1 Milliarden Euro geschätzt. Davon entfallen rund 76 Prozent auf Beiträge und 23 Prozent auf Bundeszuschüsse. Nimmt man alle Bundesmittel hinzu wie etwa für die Überführung von DDR-Versorgungssystemen beliefen sich die Ausgaben des Bundes auf rund 109 Milliarden Euro. Grob gerechnet werden die Kosten für die Rentenerhöhung 2022 auf rund 17 Milliarden Euro taxiert.

Rentner stehen goldene Zeiten bevor: Ampel-Parteien planen keine große Reformen

Trotz dieser Entwicklung planen die Ampel-Parteien keine große Rentenreform. SPD, Grüne und FDP haben sich bereits in ihren Sondierungen darauf verständigt*, dass es weder Rentenkürzungen noch eine Anhebung des gesetzlichen Renteneintrittsalters geben soll. Danach soll das Rentenniveau, das ist das Verhältnis von Renten zu Löhnen, in den kommenden Jahren nicht unter 48 Prozent fallen. Derzeit beträgt es 49,4 Prozent. Dem Rentenversicherungsbericht zufolge soll das Rentenniveau bis 2025 auf 49,2 Prozent fallen. Bis 2025 könnte es jedoch den Schätzungen zufolge auf 45,7 Prozent absinken.

Allerdings gibt es nach Informationen der Bild eine Änderung. Wegen Corona soll die Verdienstobergrenze für Frührentner auch 2022 bei bis zu 46.060 Euro liegen. Erst 2023 gilt demnach wieder die alte Hinzuverdienstgrenze von jährlich maximal 6300 Euro. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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