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Rente: Wie Ruheständler mit einer privaten Krankenversicherung Geld sparen können

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Von: Lisa Mayerhofer

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Rentnerinnen und Rentner in Deutschland können sich voraussichtlich auf eine deutliche Erhöhung freuen. (Symbolfoto)
Privat krankenversicherte Rentner müssen oft hohe Beiträge zahlen. Es gibt aber einige Tipps, mit denen sie Geld sparen können. (Symbolfoto) © Westend61/Imago

Schon seit Jahren steigen die Beiträge für die private Krankenversicherung. Das trifft vor allem Rentner, da der Beitrag bei ihnen nicht an das niedrigere Einkommen im Ruhestand angepasst wird.

München – Beitragserhöhungen gab es zum Jahreswechsel nicht nur bei den gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV). Bei den privaten Krankenversicherungen (PKV) steigen die Beiträge schon seit Jahren. Vor allem für Ruheständler wird die PKV immer teurer. Denn anders als bei der gesetzlichen wird bei privaten Krankenversicherungen der Beitrag nicht an das niedrigere Einkommen als Rentner angepasst.

Betroffene fühlen sich dann bei Erhöhungen schnell gegängelt – und meinen, festzustecken. Denn: Ein Wechsel in die GKV ist für Rentner sehr schwierig. Ab dem 60. Lebensjahr entfällt zwar der gesetzlich vorgeschriebene Zuschlag in Höhe von zehn Prozent auf den Kran­ken­ver­si­che­rungsbeitrag. Dieses Geld wurde für zusätzliche Altersrückstellungen angespart und soll im Alter Beitragssteigerungen zu vermindern. Trotzdem müssen privat krankenversicherte Rentner oft hohe Beiträge zahlen. Es gibt aber einige Tipps, mit denen sie Geld sparen können.

Antrag auf Zuschuss zur privaten Krankenversicherung

Wer eine gesetzliche Rente bezieht, kann einen Antrag auf einen Zuschuss zur privaten Krankenversicherung bei der deutschen Rentenversicherung stellen. Der Zuschuss lag 2022 bei knapp acht Prozent der Rente – darf aber nicht die Hälfte des Krankenversicherungsbeitrages übersteigen. Der Zuschlag ist steuerfrei, wird aber nicht automatisch ausgezahlt, sondern muss beantragt werden.

Tarifwechsel kann sich lohnen

Zudem lohnt es sich für Rentner, die mit hohen PKV-Verträgen kämpfen, von ihrem Recht des internen Tarifwechsels Gebrauch zu machen, der langjährig Privatversicherten zusteht. Denn vor allem für die Personen, die schon lange den gleichen Krankenversicherungstarif haben, könnte es günstigere Optionen geben. Vor einem Tarifwechsel sollte jedoch das Kleingedruckte sorgfältig durchgelesen werden – vor allem im Hinblick auf die Selbstbehalte. Beratung kann hier vielen Betroffenen weiterhelfen – diese werden beispielsweise von den Verbraucherzentralen angeboten. Wichtig: Versicherungen dürfen einen Tarifwechsel nicht verweigern. Sie sind sogar dazu verpflichtet, Alternativen vorzulegen.

Zusatztarife prüfen

Eine weitere Option für Rentner in der PKV: Teure Zusatztarife kündigen – doch dabei sollten sie vorher mit Vorsicht abwägen, ob sie diese tatsächlich nicht mehr brauchen. Versicherungsexperte und Autor Dieter Homburg rät, vor allem die Risikozuschläge für Erkrankungen unter die Lupe zu nehmen, die der Versicherte vielleicht schon gar nicht mehr hat.

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Steuern sparen

Homburg weist auch darauf hin, dass die Beiträge zur privaten Krankenversicherung steuerlich geltend gemacht werden können. Laut dem Experten lassen sich die größten Potenziale ausnutzen, wenn auch der Turnus der Beiträge optimiert wird – hin zu einer jährlichen Zahlung. Denn: Eine monatliche Zahlung beschränkt nicht nur die Steuererstattung – auch lassen sich die Versicherten dadurch die Vergünstigungen entgehen, welche von den meisten Versicherern für die jährliche Zahlung angeboten werden, so Homburg.

Wechsel in den Standardtarif

Wer immer noch durch die PKV-Beiträge finanziell überlastet ist, für den steht noch der Weg vom Normal- in den Standardtarif offen. Dabei sind die Beiträge vor allem für langjährige Versicherer niedrig und liegen laut Welt bei durchschnittlich 390 Euro im Monat. Doch müssen die Versicherten dann Einschränkungen bei den Leistungen hinnehmen: Der Standradtarif orientiert sich in etwa an den Leistungen der GKV, kann aber auch schlechter sein.

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