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In diesen Bundesländern bekommen Ruheständler die höchsten Renten - Frauen abgehängt

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Von: Markus Hofstetter

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Frauen erhalten weniger Rente als Männer, Rentner im Osten Deutschlands weniger als im Westen. Die höchsten Rentenzahlungen ins Ausland gehen in die Südsee.

Berlin - Der jährliche Rentenatlas der Deutschen Rentenversicherung (DRV) ist ein Füllhorn an Informationen. Die aktuelle Ausgabe zeigt, dass Männer immer noch deutlich höhere Renten erhalten als Frauen. Während Männer nach mindestens 35 Versicherungsjahren im Schnitt auf 1570 Euro kommen, sind es bei Frauen nur 1173 Euro und damit ein Viertel weniger. Dabei handelt es sich um die Bruttobeträge. Das heißt, Abzüge durch Kranken- und Pflegeversicherung und eventuell zu zahlende Einkommensteuer sind nicht berücksichtigt.

Rentenatlas 2020: Rentnerinnen in Ost-Berlin erhalten die höchsten Bezüge

Auch bei den Bundesländern gibt es laut dem Rentenatlas 2020 gewaltige Unterschiede. Senioren aus Nordrhein-Westfalen kommen am besten weg, ihre Brutto-Altersrenten belaufen sich im Schnitt auf 1689 Euro. Die DRV begründet das hohe Rentenniveau in Nordrhein-Westfalen, aber auch im Saarland (1674 Euro), damit, dass hier viele früher in gut bezahlten Jobs im Bergbau arbeiteten. Am anderen Ende der Skala liegt bei den Männer Mecklenburg-Vorpommern mit 1405 Euro.

Über die Geschlechtsgrenzen hinweg ist Saarland mit 1545 Euro auch das Bundesland mit der höchsten Durchschnittsrente, gefolgt von Nordrhein-Westfalen. Die fünf ostdeutschen Bundesländer finden sich am Ende des Rankings wieder, Thüringen ist das Schlusslicht mit 1292 Euro.

Herausstechen die hohen Renten in Ost-Berlin. Ursache ist der relativ hohe Anteil von Rentnern mit Ansprüchen aus ehemaligen Zusatz- und Sonderversorgungssystemen der DDR. Das führt auch dazu, dass Frauen im Osten Berlins mit 1334 Euro deutschlandweit die höchsten Altersbezüge erhalten.

Insgesamt fällt die Differenz zwischen den Durchschnittsrenten für Männer und Frauen im Osten Deutschlands geringer aus als im Westen. Wichtigster Grund ist, dass Frauen im Osten weniger teilzeitbeschäftigt waren, sodass die Einkommensunterschiede dort geringer ausfallen als im Westen.

Rentenatlas 2020: Sieben Prozent aller Zahlungen werden ins Ausland überwiesen

Viele Rentenempfänger leben in anderen Ländern. Laut Rentenatlas überwies die Rentenversicherung 2019 knapp 1,76 Millionen Renten ins Ausland, was rund sieben Prozent aller Zahlungen entspricht. Mit 1,51 Millionen ging der Großteil an ausländische Versicherte, zum Beispiel Gastarbeiter, die nach ihrem Arbeitsleben in Deutschland in die Heimat zurückkehrten. Durchschnittlich geht es dabei um Beträge von rund 350 Euro.

Die größte Gruppe unter ihnen sind italienische Rentner mit zirka 367.000 Zahlungen, die sich im Schnitt auf 246 Euro belaufen. Weitere große Ausländergruppen, die sich ihre Rente ganz oder teilweise in Deutschland erarbeitet haben, sind Ruheständler aus den Nachfolgestaaten des früheren Jugoslawien, aus Spanien, Griechenland und Österreich.   

Rentenatlas 2020: Die höchsten Zahlungen gehen in die Südsee

Weitergehende Zahlen kommen von der dpa, die sich dabei auf eine Antwort des Arbeitsministeriums auf eine Frage der FDP-Bundestagsfraktion bezieht. Demnach flossen die durchschnittlich höchsten Rentenzahlungen im vergangenen Jahr mit 1533 Euro nach Mikronesien und mit 1336 Euro nach Palau. Allerdings ist die Zahl der Bezieher in den Südseeparadiesen mit jeweils weniger als fünf vernachlässigbar.

Auch in die Zentralafrikanische Republik, nach Katar und in den Karibikstaat Sankt Vincent und die Grenadinen flossen mit im Schnitt 900 bis 1200 Euro relativ hohe Renten. Die niedrigsten Rentenzahlungen gingen mit rund 90 Euro nach Burkina Faso und mit rund 205 Euro in den Kosovo.

Auch immer mehr deutsche Rentner zieht es ins Ausland, ihre Zahl stieg von rund 229.000 im Jahr 2015 auf 248.000 im vergangenen Jahr. Die meisten von ihnen leben in der Schweiz (26.639), in Österreich (26.331) und in den USA (23.673).

Rentenatlas 2020: Bund schießt fast 78 Milliarden Euro zu

Die Rentenversicherung hat 2019 insgesamt 324,8 Milliarden Euro ausgegeben. Davon entfielen rund 90 Prozent auf die
Rentenzahlungen. Mit 22,1 Milliarden Euro zweitgrößtes Ausgabenpaket ist die Krankenversicherung der Rentner, also die Beitragszahlung der Rentenversicherung für die Krankenversicherung der Rentner. Für die Verwaltung gingen 4,1 Milliarden Euro drauf.

Der Löwenanteil der Gesamteinnahmen kommt mit 248,0 Milliarden Euro von den Beiträgen der 38,7 Millionen aktiv Versicherten. 77,6 Milliarden Euro wurden als Bundeszuschüsse gezahlt. Zu den aktiv Versicherten kommen noch 17,4 Millionen passiv Versicherte hinzu. Dabei handelt es sich Personen ohne eine Kontoveränderung im Berichtsjahr, zum Beispiel Hausfrauen nach Ablauf der Kindererziehungszeit.

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