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Rente: Steuerlast für Ruheständler immer höher - Fiskus hält die Hand auf

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Von: Franziska Schwarz

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Ältere Herren wandern im September 2021 in Suhl über den Rennsteig anlässlich der Eröffnung des 29. Thüringer Wandertages.
Die Einkommenssteuer auf Renten ist binnen zehn Jahren gestiegen. © Bodo Schackow/dpa

Immer mehr Rentner müssen Steuern zahlen. Doch nicht nur die Anzahl der steuerpflichtigen Rentner steigt, sondern auch deren Steuerlast. Ab welcher Grenze die Belastung besonders hoch ist.

Berlin - Die Steuerlast für Rentner mittlerer Einkommen ist binnen zehn Jahren stark gestiegen. Konkret: Um das Vierfache. Das berichtet die Bild und beruft sich bei ihrer Rechnung auf neue Zahlen des Bundesfinanzministeriums.

Das Beispiel bezieht sich laut Bericht auf jemanden, der jetzt in Rente geht und 1500 Euro brutto im Monat bezieht. 454 Euro muss die Beispielperson nun jährlich an Einkommenssteuer zahlen, rechnet das Boulevardblatt vor. 2011 wären es nur 110 Euro gewesen.

Geringe Renten seien indes weniger stark von der Entwicklung betroffen. Wer etwa 1200 Euro monatlich bezieht, müsse jährlich nur 27 Euro Steuern zahlen. Bis 2018 seien Bezüge in dieser Höhe allerdings noch steuerfrei gewesen.

Steuern auf Renten in Deutschland: Ein Drittel der Bezieher in der Pflicht

Etwa jeder dritte Rentenempfänger bezahlt bereits Einkommensteuer, Tendenz steigend. Aktuellste Informationen zur Rentenbesteuerung liegen dem Statistischen Bundesamt für das Jahr 2017 vor. Demnach zahlte in Deutschland knapp ein Drittel aller Rentnerinnen und Rentner (32 Prozent) Einkommenssteuer. Im Vergleich zu 2016 sei der Anteil um knapp drei Prozentpunkte gestiegen.

Hintergrund der Entwicklung ist eine bereits 2005 verabschiedete grundlegende Neuregelung der Rentenbesteuerung. Kernelement der umstrittenen Reform ist ein schrittweiser Übergang von einer sogenannten vorgelagerten zu einer nachgelagerten Besteuerung der Renten bis zum Jahr 2040.

Steuerpflichtige Renten in Deutschland: 90 Prozent haben Zusatzeinkünfte

Welcher Anteil der Rentenzahlungen in der Auszahlphase steuerpflichtig sind, richtet sich nach dem Jahr des Rentenbeginns. Ein bislang ungelöstes Problem dabei ist das Risiko einer möglichen Doppelbesteuerung für Rentnerjahrgänge. Erst Ende Mai hatte der Bundesfinanzhof (BFH) die geltende Regelung gekippt.

Wie aus der amtlichen Statistik weiter hervorgeht, verfügten knapp 90 Prozent der 2017 steuerlich belasteten Rentnerinnen und Rentner über zusätzliche Einkünfte neben der Rente. Zu Rentenempfängern zählen prinzipiell auch hinterbliebene Ehepartner sowie Kinder. Bei zusammen veranlagten Partnern können darüber hinaus auch Einkünfte des Partners oder der Partnerin eine Rolle spielen. (frs mit Material der dpa)

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