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Rente: Von Haushaltshilfe bis Ehrenamt - So einfach können Ruheständler Steuern sparen

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Eine Frau liest einen Brief
Auch Rentner können mit den richtigen Tipps eine Menge Steuern sparen. © Rainer Berg/Imago Images

Es gibt zahlreiche legale Tipps und Tricks, um die Steuerlast zu senken - und zwar auch für Rentner. Eine Expertin erklärt, wie Ruheständler Steuern sparen können.

München - Rund sieben Millionen Rentner sind mittlerweile steuerpflichtig. Vor allem die jüngeren Ruheständler kommen um eine Steuererklärung kaum noch herum. Doch auch für Rentner gibt es Wege, ihre Abgabenlast zu minimieren. Steuer-Expertin Maike Backhaus von Steuertipps.de gibt zehn Tipps, die Bares bringen.

1. Haushaltshilfe anstellen

Sie bekommen bis zu 20 Prozent der Gehaltszahlungen für haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse und Dienstleistungen zurück - bis zu einem Jahreshöchstbetrag von 4000 Euro.

2. Kosten für Handwerker

Löhne für Gärtner, Schreiner, Maler, Klavierstimmer oder Kaminkehrer können Sie auch als Mieter absetzen.

3. Pflegeheim

Bewohner eines Pflegeheims, Altenheims oder einer Seniorenresidenz können die Ausgaben für die Unterbringung steuerlich geltend machen, sofern sie Pflegestufe 1, 2 oder 3 haben. Für Bewohner eines Heimes gilt: Aufwendungen für Dienstleistungen, die innerhalb des Appartements erbracht werden, können als haushaltsnahe Dienstleistungen abgesetzt werden – auch die Reinigung. Aufwendungen für Dienstleistungen, die außerhalb des Appartements erbracht werden, sind nur begünstigt, wenn im Heim ein eigenständiger und abgeschlossener Haushalt geführt wird.

4. Behindertenpauschbetrag & Fahrtkostenpauschale

Die Behinderten-Pauschbeträge decken alle allgemeinen Kosten ab, die im Zusammenhang mit der Behinderung entstanden sind. Sie mindern also jährlich die Steuer, und zwar abhängig vom jeweiligen Grad der Behinderung.

Neu hinzugekommen ist 2021 die Fahrtkostenpauschale von 900 Euro. Diese erhalten Menschen mit einem Grad der Behinderung von mindestens 80 oder einem Grad der Behinderung von mindestens 70 und Merkzeichen „G“. Besonderheit: Menschen mit Merkzeichen „aG“, Merkzeichen „Bl“ oder „H“ können ganze 4500 Euro geltend machen.

Wichtig: Die Pauschale wird anstelle der früher tatsächlich ermittelten Fahrtkosten berücksichtigt.

5. Pflegepauschbetrag

Wer eine Person mit dem Pflegegrad 4 oder 5 pflegt, erhält 1800 Euro. Für die Pflege von Personen mit den Pflegegraden 2 und 3 beträgt der Pauschbetrag 600 Euro bzw. 1100 Euro.

Wichtige Voraussetzung: Die Pflege muss unentgeltlich und häuslich erfolgen. „Hilflos“ muss die zu pflegende Person nicht sein.

6. Medikamente und Therapien

Ausgaben für Hilfsmittel wie Brillen, Arzneimittel, Zuzahlungen, Therapien oder Kuren lassen sich absetzen. Auch beim Zahnersatz gibt es einige Kosten, die anerkannt werden, etwa Zuzahlungen für Inlays, Kronen, Implantate.

Allerdings müssen Steuerpflichtige stets einen Teil ihrer Ausgaben selbst tragen – den sogenannten Eigenanteil, im Steuer-Jargon „zumutbare Belastung“ genannt. Seine Höhe hängt vom Einkommen und der familiären Situation ab. Erst wenn die zumutbare Belastung überschritten wird, wirken sich die Kosten in der Steuer­erklärung aus.

7. Übungsleiterfreibetrag & Ehrenamtspauschale

Die Ehrenamtspauschale beträgt 840 Euro – bis zu diesem Betrag bleiben die Einnahmen aus der Tätigkeit im Jahr steuer- und sozial­versicherungsfrei. Bei Übungsleitern bleiben sogar 3000 Euro steuer- und sozialversicherungsfrei. Wichtig: Die Tätigkeit muss nebenberuflich erfolgen.

8. Werbungskosten

Auch Rentner haben Werbungskosten, z. B. Steuerberatungskosten, Ausgaben für Steuer-Ratgeber und Steuersoftware. Auch Kosten im Zusammenhang mit der Beantragung der Rente, etwa für einen Renten­berater oder Anwalt, Fahrtkosten zur Rentenberatung oder Kosten zur Beschaffung notwendiger Unterlagen, Telefon- sowie Portokosten gehören dazu. Wichtig: Die Kosten müssen im Zusammenhang mit der Rente stehen und belegt werden können.

9. Witwen- und Witwersplitting nutzen

Rentner und Pensionäre, deren Ehegatte verstorben ist, können sowohl im Todesjahr des Partners als auch im darauffolgenden Jahr noch den Splittingtarif für Ehegatten nutzen. Hierdurch ermäßigt sich die Steuer erheblich.

10. Spenden und Mitgliedsbeiträge

Bei Spenden und Mitgliedsbeiträgen für gemeinnützige Organisationen genügt bei Beträgen bis zu 300 Euro der vereinfachte Nachweis durch einen Zahlungsbeleg. Es reicht eine Kopie des Kontoauszuges.

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