Rentenatlas: Altersbezüge in Potsdam am höchsten

- München -­ Die jüngsten Neurentner kommen aus Mecklenburg-Vorpommern, die höchsten Altersbezüge werden in Potsdam bezahlt. Erstmals haben Experten die durchschnittliche Rente und das Eintrittsalter für alle Städte und Landkreise ermittelt. Dabei zeigten sich gewaltige Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland (siehe Grafik).

Exakt 493 Landkreise und Städte nahmen die Forscher vom Internationalen Institut für empirische Sozialökonomie (Inifes) unter die Lupe. Berücksichtigt wurden alle Ruheständler, die 2004 erstmals Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung bekamen. Waisen- und Witwenrenten flossen nicht in die Auswertung ebenso wie Betriebsrenten. Selbstständige, die zeitweise in die Rentenkasse gezahlt hatten, wurden zwar berücksichtigt, drückten aber den Schnitt.

Höhere Rente im Osten

Neurentner im Osten bekommen deutlich mehr Rente als westdeutsche Senioren. Den Rekord hält Potsdam mit 830 Euro im Monat. Im bayerischen Landkreis Freyung-Grafenau liegt die Durchschnitts-Rente dagegen lediglich bei 529 Euro. Verantwortlich dafür ist vor allem die hohe Frauenerwerbsquote im Osten und die teils langen Erwerbsbiographien in der DDR. Ostdeutsche Rentner seien allerdings nicht unbedingt wohlhabender, betont Inifes-Chef Ernst Kistler. "Sie verfügen nur selten über Betriebsrenten oder andere Einnahmequellen und sind daher auf die gesetzliche Rente angewiesen." Westdeutsche Rentner haben jedoch oftmals zusätzliche Einnahmequellen.

Einschnitte bei Renten

Wer heute in Rente geht, bekommt deutlich weniger als in den Vorjahren. Schuld dafür sind Kürzungen durch verschiedene Reformen. So sanken die Neurenten bundesweit zwischen 2000 und 2005 um etwa zehn Prozent. Auch in den kommenden Jahren rechnet Kistler mit einem weiteren Rückgang: "Vor allem in Ostdeutschland wirkt sich künftig die hohe Arbeitslosigkeit aus."

Stadt-Land-Kluft

Bei der Höhe der Neurenten ist Bayern zweigeteilt. Während auf der Achse München­Nürnberg überdurchschnittlich hohe Bezüge gezahlt werden (München 708 Euro), sind die Renten in den strukturschwachen Regionen deutlich niedriger (Hof 594 Euro). Im Vergleich der Bundesländer belegt Bayern beim Rentenniveau einen hinteren Platz. Nur in Rheinland-Pfalz sind die Bezüge im Schnitt noch geringer. Bayern habe sich erst spät vom Agrarland zum Hochtechnologie-Standort entwickelt, so Kistler. Auch bei den Löhnen hinke Bayern im Ländervergleich hinterher.

Frauen und Männer

Gleich ob Ost oder West ­ die Renten von Männern sind in ganz Deutschland deutlich höher als von Frauen. Allerdings kommt eine Rentnerin in Frankfurt/Oder auf 706 Euro im Monat. In Bayern liegt die Durchschnittsrente für Frauen dagegen lediglich bei 450 Euro und damit noch unter dem Bundesschnitt von 486 Euro.

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