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Renteneintrittsalter: Wann geht man in Rente? Von diesen Faktoren hängt es ab

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Rentner auf der Bank
Wer die Altersrente ohne Abzüge erhalten will, muss eine bestimmte Anzahl von Jahren der Berufstätigkeit vorweisen können © Sebastian Kahnert / dpa

Wann in die Rente? Das Renteneintrittsalter ist nicht nur national unterschiedlich in Europa, auch in Deutschland selbst bestimmt das Geburtsjahr darüber, wann man abschlagsfrei in den Ruhestand geht. Hinzu kommen fallweise weitere Faktoren wie eine Schwerbehinderung, die für eine vorgezogene Rente ohne Abzüge sorgen kann.

Berlin – Das Renteneintrittsalter steigt, zumindest in der Bundesrepublik. Während Beschäftige, die in den 50er-Jahren geboren sind, noch mit 63 Jahren ohne Abzüge in Rente gehen konnten, rückt für jüngere Versicherte die Rente mit 70 näher. Das liegt an einer längeren Lebenserwartung, Veränderungen der Berufswelt und am demografischen Wandel.

Renteneintrittsalter: Welche Faktoren tragen zur Berechnung bei?

Als Renteneintrittsalter bezeichnet man den Zeitpunkt, ab dem Versicherte der gesetzlichen Rentenversicherung ihre Bezüge in Anspruch nehmen können. Im Regelfall ist damit die Altersrente gemeint.

Doch auch andere Faktoren wirken auf diese Altersgrenze ein, was zur Folge hat, dass das Renteneintrittsalter nicht in allen EU-Staaten gleich ausfällt. Dazu gehört die durchschnittliche Lebenserwartung. In skandinavischen Ländern liegt sie einige Jahre höher als etwa in den Staaten des früheren Ostblocks. Vielfach schon mit 63 bis 65 Jahren in Rente gehen Beschäftigte bis heute in Polen, Ungarn, Kroatien sowie anderen Ländern der Region. Auch die Produktivität und die Situation am Arbeitsmarkt beeinflusst den Eintritt ins Rentenalter.

Renteneintrittsalter: Mit Schwerbehinderung vorzeitig in Rente – mit Abzügen

Die Inanspruchnahme der Rente kann für Berufstätige schon vor dem „planmäßigen“ Datum zur bitteren Notwendigkeit werden, wenn eine Minderung der Erwerbstätigkeit vorliegt. Arbeitsunfälle oder schwere Erkrankungen können bis zur Schwerbehinderung führen und die Ausübung des Berufs mehr oder weniger stark einschränken oder sogar unmöglich machen.

In diesem Fall wird jedoch nicht sofort die volle Höhe der Rente ausgezahlt. Stattdessen müssen sich Betroffene damit abfinden, dass Abzüge vorgenommen werden, bis das für ihren Jahrgang vorgesehene Eintrittsalter erreicht ist. Erst dann wird ihnen die volle Rente ausgezahlt. Derzeit liegt das Renteneintrittsalter für Menschen der Geburtsjahrgänge ab 1964 beim 65. Lebensjahr.

Renteneintrittsalter: So wird es berechnet

Noch bis in die 80er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts war ein Renteneintrittsalter bei 63 Jahren nichts Außergewöhnliches. Die Struktur der Arbeitswelt wies zahlreiche Berufe auf, die körperlich stark belastend waren und die Lebenserwartung der Beschäftigten reduzierten – beispielsweise der Bergbau. Mit fortschreitender Automatisierung in verschiedenen Bereichen der Industrie und einer verbesserten medizinischen Versorgung stieg allerdings zunehmend die „Restlebenszeit“, auch fernere Lebenserwartung genannt. Für die Versicherer, in diesem Fall die gesetzliche Rentenversicherung, ist dies ein Richtwert, der die Höhe der anfallenden Leistungen bestimmt. In manchen EU-Staaten werden noch heute bestimmte Berufsgruppen gesondert berechnet. Auch die geschlechterspezifische Einordnung in Form eines früheren Renteneintritts für Frauen ist in anderen Länder zum Teil noch gegeben.

In der Bundesrepublik hingegen steigt das Rentenalter, auch für die Riester Rente. Der demografische Wandel macht der Wirtschaft zu schaffen, die vor allem Fachkräfte nicht allzu früh in den Ruhestand schicken will und kann. Das Expertenwissen wird im Exportland Deutschland dringend benötigt und soll an nachrückende Generationen weitergegeben werden. Daher der jährlich zunehmende Anstieg des Mindestalters. Wer dennoch nicht bis 70 arbeiten möchte, kann das tun – erhält in diesem Fall aber nicht die Rente in voller Höhe. Umgekehrt wollen rüstige Rentner mitunter weiter arbeiten, wie das Magazin Wirtschaftswoche berichtet – das sollte sich aber auch finanziell lohnen.

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