Rentenfonds: Vermeintliche Langweiler sind gefragt wie selten

- Rentenfonds gelten bei vielen Anlegern als langweiliges Investment - zu Unrecht. Immerhin erzielten die besten in Euro anlegenden Fonds im vergangenen Jahr Gewinne von bis zu zehn Prozent. Dabei profitierten sie vom niedrigen Zinsniveau, das die Kurse für festverzinsliche Anleihen steigen ließ und für einen Nachfrageboom bei den Rentenfonds sorgte.

<P class=MsoNormal>Noch immer setzen viele Anleger in erster Linie auf Sicherheit und investieren deshalb lieber in festverzinsliche Anlagen als in Aktien, sagt Frank Bock vom Bundesverband Investment und Asset-Management (BVI). Rentenfonds investieren das Geld der Anleger ganz oder überwiegend in festverzinsliche Wertpapiere wie Staats- oder Unternehmensanleihen, Pfandbriefe oder Kommunalobligationen verschiedener Aussteller. Um eine bestmögliche Rendite zu erzielen und zugleich das Risiko zu minimieren, mischen die Fondsmanager dabei Papiere mit unterschiedlichen Laufzeiten. Die Rendite setzt sich für die Anleger aus den Zinseinnahmen sowie aus den Kursgewinnen beim Kauf und Verkauf der Wertpapiere zusammen.</P><P class=MsoNormal>Für Anleger in Euro-Rentenfonds summierten sich die Gewinne in den vergangenen drei Jahren laut BVI auf 18 Prozent. Damit erwiesen sie sich als solides Investment, immerhin machten beispielsweise internationale Aktienfonds den Angaben zufolge im gleichen Zeitraum 20,9 Prozent Verlust, auch wenn sie langfristig Rentenfonds meistens überlegen sind. 2004 erzielten Euro-Rentenfonds im Schnitt eine Wertentwicklung von 5,7 Prozent. Damit lag die Rendite deutlich über der internationaler Aktienfonds (3,1 Prozent) oder offener Immobilienfonds (3,3 Prozent). </P><P class=MsoNormal>Auch Anleger, die in so genannte ethische Geldanlagen investieren, profitierten von der Entwicklung. Sie konnten nach Angaben des Branchendienstes Ecoreporter mit den besten nachhaltigen Rentenfonds bis zu sieben Prozent erzielen.</P><P class=MsoNormal>Entsprechend groß war die Nachfrage: 12,9 Milliarden Euro investierten deutsche Anleger 2004 in Rentenfonds (2003: 8,8 Milliarden Euro), die damit das drittbeste Ergebnis ihrer Geschichte erzielten. Ende vergangenen Jahres verfügten Rentenfonds über ein Anlagevolumen von fast 140 Milliarden Euro. Damit hielten sie 30 Prozent am gesamten Fondsvermögen der Publikumsfonds und lagen nur knapp hinter Aktienfonds, in die 142 Milliarden Euro investiert waren.</P><P class=MsoNormal>Mit Leiter-Strategie Zinsrisiko senken</P><P class=MsoNormal>Die Rentenfonds profitierten davon, dass das Zinsniveau 2004 entgegen der Prognosen vieler Experten äußerst niedrig blieb. Denn wenn die Zinsen fallen, steigen die Kurse von Anleihen. Das gilt jedoch auch umgekehrt, denn bei steigenden Zinsen drohen den Rentenanlagen Kursverluste. Zwar prognostizieren viele Banken für das laufende Jahr einen deutlichen Zinsanstieg, doch derzeit ist eine Trendwende noch nicht in Sicht. So haben zehnjährige Bundesanleihen mit 3,4 Prozent gerade einen historischen Tiefststand erreicht. Die strategische Ausrichtung des Investments bei festverzinslichen Anlagen hängt von der individuellen Einschätzung des Anlegers ab. "Wer auf steigende Zinsen setzt, der ist mit Tagesgeld-Angeboten oder Geldmarktfonds in Euro gut bedient", sagt Stefan Kühnlenz vom Magazin "Finanztest". Bei einer erwarteten Zinssenkung würden sich eher länger laufende Papiere anbieten.</P><P class=MsoNormal>Wer mit Direktanlagen auf Nummer Sicher gehen und das Zinsrisiko gänzlich ausschalten will, der sollte nach Ansicht des Experten nach der so genannten Leiter-Strategie verfahren. Dabei kauft man Anleihen mit zwei-, vier-, sechs-, acht- und zehnjähriger Restlaufzeit und füllt sein Depot alle zwei Jahre wieder auf.</P><P class=MsoNormal>Wer sich für Rentenfonds entscheidet, sollte aber nicht vergessen, dass Ausgabeaufschläge bis zu sechs Prozent fällig werden. Auch deshalb eignen sich Rentenfonds nicht gut als kurzfristige Geldanlage, da diese Kosten zunächst einmal hereingewirtschaftet werden müssen. "Finanztest" empfiehlt daher, Rabatte zu nutzen, wie sie Direktbanken, Fondsshops und freie Vermittler anbieten.</P>

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