Rentensteuer: Flut von Klagen droht

- München - Die neue Rentensteuer birgt einigen juristischen Sprengstoff. Wie das "Handelsblatt" berichtet, dürfte es zu einer Klageflut kommen. Das Alterseinkünftegesetz, das am 1. Januar 2005 in Kraft tritt, sieht eine schrittweise Besteuerung der Renten und im Gegenzug eine steuerliche Entlastung der Rentenbeitragszahlungen vor. In der Übergangszeit bis 2025 kommt es allerdings zu einer Doppelbesteuerung, was Steuerexperten wie der Verfassungsrichter Rudolf Mellinghoff für verfassungswidrig halten. Der Geschäftsführer des Verbandes der Rentenversicherungsträger, Franz Ruland, erwartet deshalb schon im kommenden Jahr die ersten Klagen, so das "Handelsblatt" weiter.

<P>Konkret komme es bei Standardrentnern, die ab 2016 und später in den Ruhestand gehen, zunehmend zur Doppelbesteuerung. Die Rentenbeiträge seien in dieser Phase noch nicht ausreichend steuerlich abziehbar, dieselben Beiträge müssten später jedoch bei Rentenauszahlung nochmals versteuert werden. Der Deutsche Steuerberaterverband rät nach dem Bericht folgenden Gruppen ab 2005 den Einkommensteuerbescheid durch Einspruch offen zu halten: Selbstständige, die keinen steuerfreien Arbeitgeberanteil zu ihren Rentenbeiträgen erhalten, hätten ihre Altersvorsorgebeträge aus bereits versteuertem Geld geleistet. Auch Arbeitnehmer sollten aufpassen: Wer 2040 in Rente geht, muss bereits 100 Prozent seiner Bezüge versteuern, obwohl er erst ab 2025, also nur 15 Jahre lang, den vollen Höchstbetrag von 20 000 Euro bei seinen Altersvorsorgeaufwendungen steuerlich abziehen konnte, rechnet das "Handelsblatt" vor.<BR><BR>Das Bundesfinanzministerium habe bereits signalisiert, dass man im Falle von Spielräumen im Haushalt für eine schnellere Abziehbarkeit der Altersvorsorgeaufwendungen in der Übergangsphase sorgen wolle.</P><P> </P><P> </P>

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