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Weil „sich einige Rentner beschweren“: FDP-Mann verteidigt Ampel-Pläne

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Von: Lisa Mayerhofer

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Eine ältere Frau zählt Geld an einem Tisch. Eine aktuelle Studie zeigt: Rentner können kaum von den angekündigten Staatshilfen profitieren.
Eine aktuelle Studie zeigt: Rentner können kaum von den angekündigten Staatshilfen profitieren. (Symbolbild) © Christin Klose/dpa

Eine aktuelle Studie zeigt: Rentner können kaum von den angekündigten Staatshilfen profitieren. Ein Abgeordneter der FDP verteidigt die Pläne der Ampel-Koalition - und erntet Kritik.

Berlin - Die angekündigten Energie-Entlastungspakete der Bundesregierung werden nach einer aktuellen Studie bei vielen Erwerbstätigen-Haushalten einen beträchtlichen Teil der Mehrausgaben durch die explodierenden Energiekosten ausgleichen. Bei Rentnern* werde dagegen nur ein geringer Teil der energiepreisbedingten Mehrausgaben ausgeglichen, berichtete das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung in einer am Montag veröffentlichten Studie.

Studie: Rentner profitieren weniger vom Entlastungspaket

„Die Entlastungen sind insofern sozial ausgewogen, als dass insbesondere bei Haushalten mit geringen und mittleren Einkommen und speziell bei Familien ein besonders hoher Anteil der Mehrausgaben für Energie ausgeglichen wird“, berichteten die Forscher. Schlechter sieht es der Studie zufolge aber bei Rentnern aus, bei denen nur ein geringer Teil der energiepreisbedingten Mehrausgaben staatlich ausgeglichen werde.

Zwar profitiere diese Bevölkerungsgruppe auch von der Abschaffung der EEG-Umlage und den vorübergehend gesenkten Kraftstoffpreisen. Da diese Entlastungen in Euro gerechnet für typische Haushalte aber wesentlich geringer seien als die Entlastungen durch Pauschalzahlungen und Einkommensteueränderungen, fielen die Entlastungen relativ zu den Mehrausgaben durch die hohe Inflation relativ gering aus. „Hier sollte die Regierung noch einmal überlegen, ob nicht etwa bei Rentnerinnen und Rentnern noch einmal nachgelegt werden muss“, sagte Sebastian Dullien, Wissenschaftlicher Direktor des IMK.

FDP-Abgeordneter verteidigt Entlastungspaket: „Staat leistet unfassbar viel“

Schon im März forderten Sozialverbände eine Nachbesserung der vorgesehenen Energiekosten-Entlastungen zugunsten der Rentner. Zwar habe die Bundesregierung insgesamt richtige Schritte unternommen, sagte die Präsidentin des Verbandes VdK, Verena Bentele, der Bild. „Aber die Ampel-Koalition hat auch eine Chance verpasst: Für Rentnerinnen und Rentner tut sie nichts.“

Der 26-jährige FDP-Abgeordnete Max Mordhorst verteidigte die Pläne der Ampel-Koalition auf Twitter: „Da sich einige Rentner beschweren, dass sie mit dem zweiten Entlastungspaket keine Direktzahlung bekommen: 1. Tank- & ÖPNV-Rabatt gilt für alle. 2. Renten steigen um sechs Prozent. 3. Die Rente wird mit 100 Milliarden Euro jährlich bezuschusst, der Staat leistet hier bereits unfassbar viel.“

Tatsächlich können sich die rund 21 Millionen Rentner in Deutschland auf eine kräftige Erhöhung ihrer Bezüge zum 1. Juli einstellen. So sollen die Renten um 5,35 Prozent in Westdeutschland und um 6,12 Prozent in Ostdeutschland steigen. Eine monatliche Rente von 1000 Euro, die nur auf West-Beiträgen beruht, erhöht sich der Prognose zufolge im Juli um 53,50 Euro, eine gleich hohe Rente mit Ost-Beiträgen um 61,20 Euro. 

„Stimmt, Rentner heizen ja nicht“: Twitter-Nutzer diskutieren über Entlastungspaket

Ein Twitter-Nutzer widerspricht dem Abgeordneten lakonisch: „Stimmt, Rentner heizen ja nicht. Wir verbringen die kalte Jahreszeit auf Malle. Im Übrigen habe ich 49 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt. Als ich 25 war, habe ich bereits elf Jahre gearbeitet und muss mir von solch einem Lebenskünstler meine Rente nicht vorhalten lassen.“

Ein weiterer Nutzer argumentiert: „Was sind schon sechs Prozent Rentenerhöhung für Menschen, deren Renten weit unter 800 Euro monatlich liegen? Als ehrenamtlicher Sozialberater, kenne ich mehr als genug Menschen, die sogar noch unter 400 Euro monatliche Rente erhalten. Menschen, die sehr hart gearbeitet haben.“

Doch es gibt auch Zuspruch für den Standpunkt von Mordhorst: „Sehr richtig, mein Vater, der so schon üppige Altersbezüge erhält, kann jetzt dann noch einmal auf knapp 2600 Euro zurückgreifen. Er spart und spart, da kaum noch Ausgaben“, schreibt ein Nutzer. Mit Material der dpa *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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