1. Startseite
  2. Wirtschaft

Rentner aufgepasst: Verbraucherzentralen warnen vor neuer Betrugsmasche

Erstellt:

Von: Patricia Huber

Kommentare

Mit einer neuen Masche wird derzeit versucht, Rentner um über hundert Euro zu betrügen. Verbraucherzentralen erklären, was im Betrugsfall zu tun ist.

München – Immer wieder geraten Rentner in das Visier von Betrügern. Am bekanntesten ist wohl der Enkeltrick, bei dem die Senioren den vermeintlichen Enkeln Geld überweisen sollen. Jetzt wird jedoch vermehrt von einer neuen Masche berichtet, bei der betroffene Rentner um über hundert Euro betrogen werden.

„Pflegeservice Smart“ verkauft Informationen via Telefon

Wie verschiedene Verbraucherzentralen (Nordrhein-Westfalen, Bremen, Baden-Württemberg) berichten, werden vermehrt pflegebedürftige ältere Menschen vom „Pflegeservice Smart“ der Firma „United Swiss Marketing“ angerufen. Der Anrufer möchte dann die Rentner davon überzeugen, sich eine „Pflegebox mit Informationen“ zusenden zu lassen. Diese kostet 99 oder sogar 129 Euro.

Zuvor wirbt die Firma damit, dass der Angerufene einen Anspruch gegen die Pflegekassen in Höhe von 6280 Euro hätte und sie dabei helfen könne, diesen Anspruch auch durchzusetzen. „Woher die Anrufer die Nummern der Verbraucher und Verbraucherinnen haben, ist uns auch nicht bekannt. Es ist jedoch denkbar, dass Telefonbücher systematisch nach älter klingenden Vornamen durchforstet werden oder einfach Daten der anderen Abzockfirmen übernommen worden sind“, erklärt Gabriele Bernhardt, Juristin bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

Neue Betrugsmasche: Was sollten Betroffene tun?

Betroffene berichten, dass am Telefon seitens der Anrufer versucht wird, Druck auszuüben, das Angebot anzunehmen. Wenn diesem zugestimmt wird, erhalten die Senioren ein Informationspaket mit zwölfseitigem Schreiben, in welchem die Leistungen der Pflegekasse erläutert werden. Dem Informationsschreiben liegen außerdem eine Rechnung, eine Aufklärung über den Widerruf, eine Auftragsbestätigung sowie die Allgemeinen Geschäftsbedingungen bei.

Unser kostenloser Renten-Newsletter versorgt Sie regelmäßig mit allen relevanten News aus der Wirtschaft. Hier geht es zur Anmeldung.

Jedoch ist eine solche Beratung nicht nötig, denn wer pflegebedürftig ist, erhält bei Kommunen oder Pflegekassen eine kostenlose Beratung. Wenn Betroffene diese Unterlagen erhalten haben, sollten sie den Vertrag sofort widerrufen – auch wenn sie der Auffassung sind, nie einen Vertrag abgeschlossen zu haben. Ein entsprechendes Musterschreiben der Verbraucherzentrale Bremen finden Sie hier. Geschieht der Widerruf nicht innerhalb von 14 Tagen, müssen sie mit einer Mahnung rechnen. (ph)

Auch interessant

Kommentare