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Geld sparen im Alter ist grundsätzlich auch über Zusatz-Einnahmen wie Sozialleistungen oder einen Job möglich. Diese werden aber immer verrechnet.

Wo Rentner sparen können

München - Eine Rentenerhöhung wird es in diesem Jahr nicht geben – und möglicherweise auch 2011 nicht. Mieten, Heiz- und Krankenkassenkosten steigen jedoch. Für viele Rentner wird es daher finanziell eng. Was können sie tun?

Wer als Rentner mit seinen Einkünften nicht hinkommt, dem bleiben – wie auch Jüngeren – im Prinzip zwei Möglichkeiten: Zum einen sollte man prüfen, ob zusätzliche Einnahmen infrage kommen, vor allem über Sozialleistungen. Zum anderen sollte man die Ausgaben auf den Prüfstand stellen.

Grundsicherung im Alter

Die Grundsicherung steht bedürftigen Menschen ab 65 zu, die zu Hause (und nicht im Pflegeheim) leben. Die Regelleistung für Alleinstehende beträgt 359 Euro im Monat, für (Ehe-)Paare 646 Euro. Dazu kommen noch die „angemessenen“ Kosten fürs Wohnen. Bei einer Warmmiete von 400 Euro hat ein Alleinstehender damit einen Grundbedarf von 759 Euro. Beträgt seine Rente nur 650 Euro, so schießt das Sozialamt dann 109 Euro zu. Für Behinderte kommt häufig noch ein Zuschlag für Mehrbedarf hinzu.

Wer die Grundsicherung benötigt, sollte möglichst schnell abklären, ob seine Wohnkosten als angemessen gelten. Sind sie zu hoch – etwa weil die Wohnung als zu groß gilt – werden die tatsächlichen Wohnkosten sechs Monate akzeptiert. Danach kommt es auf den Einzelfall an.

Für seniorengerecht umgebaute Wohnungen werden z.B. meist auch höhere Mieten voll berücksichtigt. Ehe Betroffene ins Heim umziehen müssen, übernehmen die Kommunen lieber höhere Unterkunftskosten. Auf das Einkommen und Vermögen der Kinder von Grundsicherungsbeziehern greifen die Ämter in der Regel nicht zurück – es sei denn ein Kind ist Großverdiener und hat ein jährliches Gesamteinkommen über 100 000 Euro.

Eigene Rücklagen der Betroffenen werden allerdings berücksichtigt, wenn sie höher als 2600 Euro sind, für Paare sind 3214 Euro erlaubt. Höhere Beträge müssen in der Regel zunächst aufgebraucht werden, bevor das Sozialamt mit der Grundsicherung einspringt.

Rundfunkgebühren

Auch wer nur ein paar Euro Grundsicherung im Alter erhält, braucht keinen Obolus an die GEZ zahlen. „Die Befreiung erfolgt allerdings nicht automatisch“, sagt Nicole Hurst von der GEZ. Vielmehr müssen die Betroffenen jeweils einen Antrag stellen und den Bescheid vom Sozialamt vorlegen – „nicht im Original, sondern als beglaubigte Kopie“, so Hurst. Zudem gibt es die GEZ-Befreiung nur so lange, wie der Bescheid vom Sozialamt gilt. Danach muss ein neuer Antrag gestellt werden.

Wohngeld und Lastenzuschuss

Wer mit seinem Einkommen knapp über dem Grundsicherungsniveau liegt, sollte Wohngeld – bzw. als Eigentümer den Lastenzuschuss – beantragen. Ein Antrag auf Wohngeld kann sich für alleinstehende Rentner bis zu einer Monatsrente von 966 Euro im Monat lohnen. Bei einem Zweipersonenhaushalt sind es 1322 Euro. Diese Werte gelten für Regionen mit sehr hohen Mieten – etwa für München. In ländlichen Regionen sind die Sätze niedriger. „Erhebliches Vermögen“ steht allerdings – so die Wohngeldbroschüre des Bundesbauministers – einem Wohngeldanspruch entgegen. Nach den neuen Verwaltungsvorschriften gelten für einen Zwei-Personen-Haushalt frei verfügbare Ersparnisse im Wert von mehr als 90 000 Euro als „erheblich“, bei einem Ein-Personen-Haushalt liegt die Grenze bei 60 000 Euro.

Wechsel der Steuerklasse

Wer Rente erhält und einen verdienenden Ehepartner hat, sollte diesem die Steuerklasse III überlassen. Dadurch sinken dessen laufende Lohnsteuerabzüge. Für Rentner spielt die Steuerklasse meist keine Rolle mehr. Der Wechsel in Steuerklasse III zahlt sich für den Ehepartner vor allem aus, wenn dieser Arbeitslosengeld I bezieht.

Gebühren für die Kontoführung

Einige Geldhäuser bieten kostenlose Girokonten auch für Rentner an. Dies gilt z.B. für die Augsburger Aktienbank, Comdirect und die DKB. Die Netbank bietet sogar zusätzlich auf ihrem Giro-Loyal-Konto 2,25 Prozent Guthabenzins bei regelmäßigem Gehaltseingang – Rente und Pension zählen dabei ausdrücklich wie ein Gehalt.

Zuzahlung zu Krankheitskosten

Rentner sollten alle Belege über Zuzahlungen zu Leistungen der gesetzlichen Krankenkasse sammeln. Sobald die Grenze der zumutbaren Belastung erreicht ist, können sie eine Befreiung von weiteren Zuzahlungen beantragen. Als zumutbar gelten für sie – wenn sie chronisch krank sind – Zuzahlungen, die bis zu ein Prozent ihres Einkommens ausmachen, ansonsten zwei Prozent.

Mehr Informationen zum Thema gibt es bis 19. März unter der Fax-Abrufnummer 0 900/1 25 26 65 51 40 (6 Seiten, 62 Cent/Minute). Das Fax-Gerät auf „Polling“ oder „Sendeabruf“ stellen, Fax-Service-Nummer wählen und Starttaste drücken. Alle neueren Geräte haben diese Funktion. Kein Fax? Dann senden Sie einen mit 90 Cent frankierten Rückumschlag plus 1,45 Euro in Briefmarken unter dem Stichwort „Geldtipps für Rentner“ an: Versandservice, Lerchenstr. 8, 86938 Schondorf.

Rolf winkel

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