Rentner will 728er-Jet fliegen sehen

- Oberpfaffenhofen - Einen Traum hat sich Gotthard Gröll aus Berg am Starnberger See jetzt verwirklicht. Mit 6000 Euro in der Tasche ersteigerte er in Oberpfaffenhofen eine hohle Flugzeugzelle. Ein Relikt aus Zeiten, als es beim Pleite gegangenen Flugzeugbauer Fairchild-Dornier noch hieß, mit dem neuen 728er-Jet das Unternehmen wirtschaftlich auf die Höhe zu bringen. Ähnlich gelagerte hochfliegende Pläne hat der 69-Jährige Rentner nicht. Doch er hat eine Vision: "Ich gründe einen Förderverein, suche mir potenzielle Geldgeber und versuche den Flieger mit Hilfe pensionierter und passionierter Ingenieure fertig zu bauen", sagte er gestern. Dazu wolle er erst einmal Kontakt mit der Familie Dornier aufnehmen. Denn auf der grünen Wiese lasse sich der Flieger nicht bauen.

<P>"Ich versuche mit Hilfe der Dorniers auf dem Flughafengelände ein Plätzchen für unser Projekt zu finden." Schließlich habe er als ehemaliger Metall-Flugzeugbauer schon mit Christian Dornier gemeinsam an der Werkbank gestanden. "Mein letzter Flieger an dem ich mit gebaut hatte, war das Wasserflugzeug DO 24." Reicht das Geld, will er sogar Earl Robinson, den legendären Flugzeugingenieur aus Amerika, mit ins Boot holen. Damit das ganze auch Hand und Fuß hat, hat Gröll vor zwei Wochen sogar eine Beratungsgesellschaft für Wirtschaft und Handel gegründet. "Schlimmstenfalls gehe ich bankrott", sagt er. Den Gedanken jedoch schiebt er sofort wieder von sich. Er sei zwar nicht vermögend, doch mit Hilfe engagierter "Flugzeugafrikaner" - Ingenieure, die 28 Jahre lang für Dornier in Nigeria gearbeitet haben - hoffe er sogar, der Jet entpuppe sich als gute Kapitalanlage. "Entweder wir bringen ihn zum Fliegen. Was dann passiert, weiß ich noch nicht. Oder ich zerlege ihn in lauter Einzelteile. Diese verkaufe ich dann über Internet teuer als Reliquie einer deutsch-bayerischen Flugzeuggeschichte aus der Vergangenheit."<BR><BR></P>

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