Resturlaub aus 2005: Bald verfallen die freien Tage

- Während die meisten Arbeitnehmer längst wissen, wie sie im Sommer 2006 Ferien machen werden, grübeln andere darüber nach, wann sie ihren noch nicht genommenen (Rest-)Urlaub aus 2005 nehmen können. Viel Zeit dafür haben sie nicht mehr.

Die Regel

Das Bundesurlaubsgesetz sagt, dass der Erholungsurlaub im laufenden Kalenderjahr zu nehmen ist. Er kann nur ausnahmsweise auf das folgende Jahr übertragen werden, etwa weil der ursprünglich vorgesehene Termin nicht eingehalten werden konnte, weil der Arbeitnehmer krank wurde oder weil der Arbeitgeber um eine Verlegung bat, da es einen unvorhergesehenen Auftragsboom gab. Oder es sind Mitarbeiter derselben Abteilung krank geworden. Allein finanzielle Gründe sind kein Anlass, den Urlaub auf das Folgejahr zu übertragen - wenn dies auch letztlich eine Frage der Verständigung zwischen dem Mitarbeiter und seinem Chef ist.

Übertragener Urlaub aus 2005 aber muss im Regelfall bis zum 31. März 2006 genommen sein, wenn er nicht verfallen soll. Es sei denn, Tarif- oder Einzelarbeitsverträge sehen einen späteren Termin vor.

Übertrag ohne Grenze

Beginnt ein Arbeitnehmer seine Beschäftigung erst in der zweiten Jahreshälfte, hat er lediglich Anspruch auf Teilurlaub. Dieser wird auf Verlangen des Arbeitnehmers ohne zeitliche Begrenzung auf das ganze Folgejahr übertragen. Eine unbeschränkte Übertragungsmöglichkeit gibt es außerdem für Wehr- und Zivildienstleistende sowie für Arbeitnehmer, die sich im Erziehungsurlaub befinden.

Im Krankheitsfall

Was passiert, wenn wegen einer längeren Krankheit der Urlaub nicht genommen werden konnte? Das Bundesarbeitsgericht hat dazu entschieden, dass der Urlaub dadurch nicht abgeschrieben werden muss. Aber auch dieser Anspruch verfällt am 31. März oder zum Ende des anderweitig geregelten Übertragungszeitraums, urteilte das Bundesarbeitsgericht in einem anderen Fall (Az.: 9 AZR 792/95) - und fügte hinzu, dass der Arbeitgeber übertragenen Urlaub aber nicht aus betriebsbedingten Gründen verweigern dürfte. In diesem Zusammenhang bedeutsam: Nimmt ein Arbeitnehmer seinen Resturlaub aus dem Vorjahr erst im März des Folgejahres und wird in dieser Zeit krank, verfällt der - wegen der Arbeitsunfähigkeit aufgeschobene - Urlaub ebenfalls zum Ende des Übertragungszeitraums (Bundesarbeitsgericht, Az.: 9 AZR 791/95).

Bares statt Freizeit

Eine Barabgeltung des Urlaubs kann vom Arbeitnehmer nicht verlangt werden. Das Bundesurlaubsgesetz sieht lediglich für die Fälle eine Auszahlung vor, in denen Urlaub wegen der Beendigung des Arbeitsverhältnisses nicht genommen worden war. Allerdings: Wer erwerbsunfähig aus dem Betrieb ausscheidet, kann für nicht genommenen Urlaub keine Abgeltung verlangen - es sei denn, im Arbeits- oder Tarifvertrag sei dieser Fall anders geregelt, wie ebenfalls das Bundesarbeitsgericht entschieden hat (Az.: 9 AZR 532/96).

Bei Teilzeiteinsatz

Teilzeitkräfte haben Urlaubsansprüche wie jeder Vollbeschäftigte auch. Sollte der Arbeitgeber einer Teilzeitkraft den 2005er-Urlaub verweigert haben, so kann er bis zum 31. März 2006 noch genommen werden. Danach ist's zu spät.

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