Retro-Uhren und Koboldperlen

- München - Die Münchner Messehallen zählen zu den wohl bestbewachten Orten der Landeshauptstadt - zumindest ein Wochenende lang. Bis zum Montag versammelt sich dort die Schmuck- und Uhrenbranche zur Fachbesuchermesser Inhorgenta. Im Angebot: alles was schön, edel und kostbar ist - und zum Bedauern der Branche im vergangenen Jahr für viele Kunden kaum erschwinglich.

Umsatzeinbußen von gut einem Prozent mussten Juweliere und Fachhändler in 2005 hinnehmen. Gerade mal 100 Euro zahlte der durchschnittliche Kunde für eine Armbanduhr, 80 Euro gab er für Goldschmuck aus. Für 2006 hofft die Branche auf "ein verbessertes Konsumgüterklima". Und hat sich einiges einfallen lassen, um Schmuckliebhaber wieder in die Läden und zur Kasse zu bitten: Glasringe aus Getränkeflaschen, Manschettenschmuck in Fußball-Form, gläserne Kobold-Perlen oder Retro-Uhren im "Second-Hand"-Stil.

Gefragt ist, was eine individuelle Note hat: So können Kunden der Firma Till Baacke Amulette mit persönlichen Andenken füllen, die Firma Meister graviert den Fingerabdruck des Liebsten auf ihre Trauringe und bei der Stuttgarter Designerin Ruth Sellack kommen neben traditionellen Kreuzen auch Buddhas, Hufeisen oder Milchzähne an den Rosenkranz. Tore schießen will die Schmuckbranche auch mit dem Thema Fußball-WM: Sogar bei unseren vierbeinigen Freunden baumelt künftig der offizielle WM-Anhänger am Halsband.

Auf mehr als 64 000 Quadratmetern stellen 1156 Anbieter aus 46 Ländern aus. Erstmals dabei sind das "Platin Forum" und das "Forum Silberschmiede". Kostbar ist auch das Ambiente der Schmuckmesse selbst: Vom Teppichboden bis zur Blumendekoration wurden alle Ausstellungshallen nach Feng Shui ausgerichtet.

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