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Rettung durch Verkauf der Marke AEG: Electrolux sagt Nein

- Nürnberg - Die Verhandlungen zwischen IG Metall und Geschäftsführung über die Zukunft des seit mehr als zwei Wochen bestreikten AEG-Werkes in Nürnberg sind erneut ohne wesentliches Ergebnis vertagt worden. Sie sollen am kommenden Mittwoch fortgesetzt werden.

Der von der IG Metall ins Gespräch gebrachte Verkauf des Hausgerätewerkes und der Marke an einen nicht genannten Investor wurde jedoch vom Management abgelehnt. "Dafür gibt es für uns keinen Ansatz", sagte AEG-Hausgeräte-Geschäftsführer Dieter Lange nach der Verhandlung. "Die Firma Electrolux wird die Marke nicht verkaufen", betonte er.

Der bayerische IG-Metall-Chef Werner Neugebauer bezeichnete dies als überraschend und bedauerlich. Er könne und wolle zwar im Moment keine Namen nennen und auch keinem Arbeitnehmer Hoffnung machen. "Wir wollten diese Chance einfach nutzen", sagte Neugebauer aber.

Inhaltlich habe der Verhandlungstag keine Fortschritte gebracht. "Wir sind keinen Millimeter weitergekommen", fasste Neugebauer zusammen. Zwar habe die IG Metall der Geschäftsführung einen 46 Fragen umfassenden Katalog vorgelegt. Wesentliche Punkte seien jedoch unbeantwortet geblieben. Um wirklich zu einem Ergebnis zu kommen, müssten seiner Ansicht nach die Entscheidungsträger aus der Electrolux-Konzernzentrale in Schweden an den Verhandlungstisch.

"Die Handlungsfähigkeit der derzeitigen Gesprächspartner tendiert gegen null", kritisierte der Gewerkschafter. Sollte dies so bleiben, sei auch bei der nächsten Verhandlungsrunde kein Ergebnis zu erwarten. "Das uns vorliegende Electrolux-Angebot ist inakzeptabel. Das werden wir nie und nimmer unterschreiben", wiederholte Neugebauer.

Am Donnerstag hatte Electrolux erstmals in der Auseinandersetzung um das Traditionswerk einen Vorschlag unterbreitet, mit dem die Folgen der Schließung für die 1700 Mitarbeiter abgefedert werden sollen. Dieses "Nürnberger Modell" genannte Paket umfasst ein Volumen von 100 Millionen Euro und sieht vor, dass die Belegschaft zwischen einer Abfindung in Höhe von 0,7 Monatsgehältern je Dienstjahr und einer auf zwölf Monate beschränkten Übernahme in eine Beschäftigungsgesellschaft wählen könne. Die IG Metall will unter anderem eine Abfindung von drei Monatsgehältern je Dienstjahr und eine Beschäftigungsgesellschaft bis Ende 2010. Ihr Paket hat ein Volumen von rund 400 Millionen Euro.

Unterdessen betonte AEG-Hausgeräte-Chef Lange am Samstag erneut, an der Schließung festzuhalten. "Die Grundsatzentscheidung ist endgültig getroffen", sagte er. Zugleich deutete er an, dass sich wegen des Streiks und des Produktionsausfalls dieser ursprünglich für Ende 2007 geplante Termin sogar nach vorne verlagern könnte. Schon jetzt seien größere Aufträge in andere Werke abgewandert. "Wir können unsere Kunden nicht warten lassen", betonte er. Dieses Volumen fehle wohl auch künftig in Nürnberg.

Neugebauer und der Nürnberger IG-Metall-Vize Jürgen Wechsler bezeichneten dies jedoch als "Windbeutelschießen". Derzeit sei kein anderes Electrolux-Werk in der Lage, derart große Mengen an Wasch- und Geschirrspülmaschinen herzustellen wie Nürnberg. "Wieso hätte Electrolux sonst mit der Schließung bis Ende 2007 warten sollen?", fragte Wechsler.

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