Rettungsplan für EM.TV steht

- München - Nach Annahme des Rettungskonzeptes für den Filmrechtehändler EM.TV soll die Sanierung des Unternehmens bis zur Jahresmitte unter Dach und Fach sein.

"Wir wollen die Restrukturierung zügig, aber mit aller Sorgfalt bis zum Ende des zweiten Quartals dieses Jahres abschließen", sagte EM.TV-Chef Werner Klatten. Als einen der ersten Schritte will das Unternehmen nun den Verkauf der Tele München Gruppe angehen.<P>Am Freitagabend hatte das Unternehmen bekannt gegeben, dass die Gläubiger den Weg für den Sanierungsplan frei gemacht haben. Allerdings wurde die ursprünglich erforderliche Zustimmungsquote von 97,5 Prozent auch im dritten Anlauf verfehlt. Nachdem sich zum Fristende lediglich 94,16 Prozent der Gläubiger dem Konzept angeschlossen hätten, sei die Quote auf 94,0 Prozent gesenkt worden. Die drohende Insolvenz ist damit abgewendet.</P><P>Im Rahmen des Rettungsplans sollen die Gläubiger auf ihre Ansprüche aus einer Wandelanleihe über 469 Millionen Euro verzichten und die Mehrheit an einer neuen EM.TV übernehmen. Dabei sollen sie unter anderem Erlöse aus dem Verkauf eines 45-Prozent-Anteils an der Tele München Gruppe und 20 Millionen Euro in bar bekommen. EM.TV hätte die im Februar kommenden Jahres fällige Anleihe nicht zurückzahlen können, daher drohte die Pleite.</P><P>Die EM.TV-Aktionäre hatten bereits bei der Hauptversammlung Anfang Februar grünes Licht für das Rettungskonzept gegeben. Bei dem Unternehmen verbleibe nun zwar noch eine Restschuld aus der Wandelanleihe, die zum 9. Januar 2007 zur Rückzahlung fällig werde. Klatten bezifferte diese Restschuld auf 23 bis 24 Millionen Euro. Der Summe stünden jedoch Vermögenswerte gegenüber, die bei EM.TV verblieben.</P><P>Unter Vorbehalt möglicher Anfechtungsklagen hänge der Erfolg der Sanierung jetzt lediglich noch von der erforderlichen gesellschaftsrechtlichen Eintragung ins Handelsregister ab, hieß es. Bisher seien keine entsprechenden Klagen anhängig, sagte ein Unternehmenssprecher. </P><P>Denjenigen Anleihegläubigern, die das Angebot noch nicht angenommen hätten, werde EM.TV aus "Kulanzgründen" die Teilnahme an der Restrukturierung ermöglichen. Das Ende der Kulanzfrist werde noch bekannt gegeben. Im vergangenen Jahr steckte der Konzern weiter tief in den roten Zahlen, dadurch wurde mehr als die Hälfte des Grundkapitals aufgezehrt. Das Eigenkapital schmolz auf 66 Millionen Euro zusammen. Die detaillierten Zahlen für 2003 will EM.TV Ende März bekannt geben.</P>

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