500 Milliarden Euro

ESM erreicht maximale Ausleihkapazität

Luxemburg - Der dauerhafte Euro-Rettungsschirm ESM hat seine maximale Ausleihkapazität von 500 Milliarden Euro erreicht. Der Großteil dieser Summe stehe bei Bedarf noch zur Verfügung.

Eineinhalb Jahre nach dem offiziellen Startschuss für den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) hat der Euro-Rettungsschirm das einzuzahlende Kapitalvolumen von 80 Milliarden Euro vollständig erreicht. Die Zielsumme wurde nach Überweisung einer fünften und letzten Tranche von 15,7 Milliarden Euro durch die Mitgliedstaaten der Währungsunion erfüllt, wie der in Luxemburg ansässige Fonds am Donnerstag mitteilte. Damit steht nun ein Ausleihvolumen von 500 Milliarden Euro zur Verfügung.

Diese Summe werde von keiner anderen Finanzinstitution der Welt erreicht, erklärte der deutsche ESM-Direktor Klaus Regling. Mit der im Oktober 2012 vollzogenen Einrichtung des ESM per völkerrechtlichem Vertrag hatten die europäischen Länder die Konsequenz aus der Euro-Schuldenkrise gezogen. Der Fonds kann wankenden Euro-Ländern etwa mit umfassenden Kreditprogrammen, Finanzspritzen für Banken oder durch den Aufkauf von Staatsanleihen unter die Arme greifen.

Deutscher Beitrag zum ESM beträgt rund 27 Prozent

Die ESM-Gesamtkapazität errechnet sich aus 80 Milliarden Euro eingezahltem und gut 620 Milliarden Euro bei den Mitgliedsstaaten abrufbarem Kapital. Da ein Teil der Summe als Sicherheitsrücklage benötigt wird, kann der ESM rund 500 Milliarden Euro tatsächlich einsetzen.

Der deutsche Finanzierungsbeitrag zum ESM beträgt entsprechend dem Anteil am Kapital der Europäischen Zentralbank 27,07 Prozent. Dies entspricht rund 22 Milliarden Euro eingezahltem und rund 168 Milliarden Euro abrufbarem Kapital. Das maximale Haftungsrisiko Deutschlands beim ESM ist nach Angaben des Bundesfinanzministeriums unter allen Umständen auf insgesamt rund 190 Milliarden Euro beschränkt.

AFP/dpa

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