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 ITS, Jahn Reisen, Tjaereborg, Dertour, Meier's Weltreisen und ADAC Reisen firmieren künftig unter der Dachmarke DER Touristik.

Neues Logo für DER

Rewe-Touristik kommt unter ein Dach

Frankfurt/Main - Mit einem einheitlichen Auftritt unter der Dachmarke DER will der Rewe-Konzern seine Touristiksparte voranbringen. Und es gibt eine "kleine Revolution" beim Shop-Konzept. 

ITS, Jahn Reisen, Tjaereborg, Dertour, Meier's Weltreisen und ADAC Reisen firmieren künftig unter der Dachmarke DER Touristik. Das neu gestaltete Logo solle weltweit zum Erkennungszeichen werden, erklärte Touristik-Chef Norbert Fiebig am Freitag in Frankfurt. Bis zum Ende dieses Jahres sollten rund 750 der 2100 DER-Reisebüros in Deutschland das neue Logo tragen. Die Kosten bezifferte er auf einen zweistelligen Millionenbetrag.

Zudem werde das Shop-Konzept der Filialen umgestellt, kündigte DER an. „Die klassische Katalogwand verschwindet. Das ist eine kleine Revolution“, sagte Andreas Heimann, Chef der DER Reisebüros.

Rewe war bislang unter den großen Reiseveranstaltern der einzige, der keine Dachmarke besaß. „Das war ein Gemischtwarenladen, man wusste nicht, was eigentlich alles dazugehört“, sagte der Tourismusforscher Karl Born der Nachrichtenagentur dpa. „Bislang hat kein ITS- oder Dertour-Kunde gewusst, dass er mit Deutschlands zweitgrößtem Reisekonzern unterwegs war“, erklärt Prof. Torsten Kirstges von der Jade-Hochschule Wilhelmshaven. Mit einer Dachmarke zeige man dem Kunden „Wir sind seriös, wir sind finanzstark, wir holen dich im Krisenfall aus dem Urlaub zurück“, so Born.

Bei DER weiß man genau, um was es sich handelt", sagt Born. „Bei Rewe denkt jeder zunächst einmal an Fleischwurst oder Obst“, erläutert auch Prof. Torsten Kirstges. „Rewe“ sei zudem im Tourismus nicht als Marke präsent gewesen.

Die beiden Sparten Pauschal- und Bausteinreisen bleiben organisatorisch jedoch weiter getrennt. Das sei sinnvoll, erläutert Kirstges. Die organisatorischen Abläufe seien sehr unterschiedlich. Ein Pauschalreiseanbieter arbeite zum Beispiel im Einkauf mit viel größeren Kontingenten, bei Bausteinreisen komme es dagegen auf viele einzelne Leistungen an. Auch Born sieht darin zwei getrennte Geschäftsmodelle. „Ich könnte mir aber vorstellen, dass da künftig stärker zusammengearbeitet wird.“

Die Konkurrenten von Rewe setzen schon länger auf eine Dachmarken-Strategie. Einen Angriff sieht Born deshalb darin nicht. „Der Schritt war einfach überfällig.“ Ohnehin ist der Abstand zu TUI noch recht groß. Die Hannoveraner liegen sowohl bei Umsatz als auch Teilnehmern deutlich vor Rewe. Auf Platz drei folgen Thomas Cook/Neckermann.

Eine Dachmarke hat vor allem im Krisenfall höhere Risiken. „Kommt es bei einem Reiseveranstalter zu einem Unfall, ist meist nur dieser in den Schlagzeilen, die anderen sind außen vor“, erklärt Kirstges. Gibt es eine Dachmarke, ist diese als Ganze betroffen.

Der Reisende bekommt von den Änderungen relativ wenig mit. Auf allen Katalogen erscheint nun neben dem Veranstalternamen auch noch das DER-Touristik-Logo. Daneben gibt es eine neue Homepage (www.der.com). Am deutlichsten werden die Veränderungen bei den Reisebüros. Die Marke Atlas verschwindet komplett. Alle Büros firmieren künftig unter dem DER-Label. „Das ist das größte Risiko der neuen Markenstrategie“, so Born. Die Atlas-Reisebüros seien vor allem im Osten Deutschlands eine Institution gewesen. „Hier dürfe man die Kunden nicht verunsichern und eine gewissen Übergangszeit beachten.“ Unabhängig davon sollen die Reisebüros ein neues Aussehen bekommen: Unter anderem wird die klassische Katalogwand verschwinden.

dpa

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