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Rewe-Chef Alain Caparros will die drohende Zerschlagung von Kaiser's Tengelmann abwenden.

Zerschlagung von Supermarktkette

Rewe-Chef bietet Tengelmann-Eigentümer Treffen an

Köln - Rewe-Chef Alain Caparros hat laut einem Pressebericht seine Bereitschaft signalisiert, die drohende Zerschlagung der Supermarktkette Kaiser's Tengelmann abzuwenden.

Caparros zeigte sich nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" (Samstagsausgabe) in einem Brief an den Eigentümer der verlustreichen Supermarktkette, Karl-Erivan Haub, "gesprächsbereit". Der Rewe-Chef stehe für ein Spitzentreffen zur Verfügung, um die Zerschlagung der Kette noch abzuwenden.

Wie die "SZ" erfuhr, rief Stefanie Nutzenberger, Bundesvorstand Einzelhandel bei der Gewerkschaft Verdi, am Freitag bei den Chefs der Supermärkte Edeka, Rewe und Kaiser's Tengelmann an, um sie zu einem Spitzentreffen in der kommenden Woche zu mobilisieren. Am kommenden Freitag steht die entscheidende Aufsichtsratssitzung an, auf der Haub die Zerschlagung der Supermarktkette vorschlagen will.

Rewe hatte sich mehrfach als Käufer von Kaiser's Tengelmann angeboten und angekündigt, alle 16.000 Arbeitsplätze in den rund 450 Filialen zu erhalten. Haub hatte jedoch das Angebot von Rewe wiederholt als "unseriös" bezeichnet. Rewe klagte gemeinsam mit dem Konkurrenten Markant gegen die Ministererlaubnis von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) für die Übernahme von Kaiser's Tengelmann durch Edeka. Im Juli legte das Oberlandesgericht Düsseldorf die Übernahme auf Eis, Edeka zog daraufhin vor den Bundesgerichtshof.

Der ehemalige Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement sprach sich gegenüber der "SZ" für eine Schlichtung in dem Konflikt aus. Er selbst sei "bisher nicht um eine Vermittlung im Streit um die Fusion Kaiser's Tengelmann/Edeka gebeten worden", erklärte Clement. "Unabhängig von meiner Person hielte ich es für sehr sinnvoll, kurz vor Toresschluss doch noch den Versuch einer außergerichtlichen Lösung zu unternehmen. Ansonsten werden in Kürze - allein in NRW - rund 5000 Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen."

AFP

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