Rewe räumt unerwünschte Mitarbeiter-Überwachung durch Detektive ein

Köln/Hamburg - Die Handelsgruppe Rewe hat eine Überwachung von Mitarbeitern durch übereifrige Detektive in Filialen von Penny und Rewe eingeräumt. Detekteien, die zur Bekämpfung des Ladendiebstahls beauftragt wurden, seien in den Jahren 2003 bis 2005 bei ihrer Arbeit in die Privatsphäre von Mitarbeitern eingedrungen.

Damit reagierte er auf einen Bericht des Magazins "Stern" über eine weit verbreitete Bespitzelung im deutschen Einzelhandel. Es seien Protokolle angefertigt worden, in denen sich auch sehr private Anmerkungen zu Mitarbeitern befunden hätten. In welchen Filialen und in welchem Ausmaß dies geschah, sei noch nicht klar.

Der Kölner Handelsriese habe "nicht erst heute" eine Arbeitsgruppe eingerichtet, um bei diesen Vorgängen Licht ins Dunkel zu bringen, betonte der Sprecher auf Anfrage. "Es gibt solche Fälle, aber das darf sich nicht wiederholen." Die Überwachung sei "aus der Region heraus gemacht", und nicht zentral von der Kölner Gruppe gesteuert worden. Es sei es ein mühsamer Prozess, nun in der Fläche herauszubekommen, wo es möglicherweise zu einem gesetzeswidrigen Vorgehen kam. Diebstahl-Überwachung werde es weiter geben. Das Unternehmen werde aber keine "gezielte Ausspitzelung" oder Verstöße gegen den Datenschutz zulassen und dagegen rigoros vorgehen.

Der "Stern" schreibt unter Berufung auf vorliegende Protokolle, auch in Filialen der Discounter Penny, Netto und Norma sowie bei REWE, Tegut, Hagebau oder Famila seien Mitarbeiter bespitzelt worden. Das Magazin hatte zuvor auch die Bespitzelungs-Fälle bei Lidl aufgedeckt und später auch von ähnlichen Praktiken bei Edeka und Plus berichtet. Die Unternehmen betonten dem Bericht nach, dass solche Überwachung und privates Ausspionieren nicht erwünscht gewesen seien.

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