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Kaiser's Tengelmann Markt.

Krimi offenbar beendet

Dank Gabriel: Rewe und Edeka einig über Kaufpreis für Tengelmann

Köln - Nach monatelangem Gezerre und gegenseitigen Schuldzuweisungen finden die zerstrittenen Handelsriesen Rewe und Edeka nun wohl doch eine Lösung für die hoch verschuldete Supermarktkette Kaiser's Tengelmann. Anfang Dezember soll alles unter Dach und Fach sein.

Im Streit um die Zukunft der Supermarktkette Kaiser's Tengelmann soll in zwei Wochen eine Einigung zwischen den Konkurrenten Edeka und Rewe stehen. Beide Seiten haben sich auf einen Kaufpreis für die Filialen in Berlin verständigt, die Rewe übernehmen soll. Das teilte der Kölner Handelsriese am Freitag mit. Bereits am Dienstag hatten sich die Rivalen auf die Aufteilung geeinigt.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte beim Durchbruch über den Kaufpreis im Edeka-Rewe-Poker um Kaiser's Tengelmann mit am Tisch gesessen. Die drei Konzernchefs Markus Mosa (Edeka), Alain Caparros (Rewe) und Karl-Erivan Haub (Tengelmann) hatten sich am Freitag auf Einladung des SPD-Chefs im Wirtschaftsministerium in der Hauptstadt getroffen.

Unterzeichnung des Kaufvertrags in zwei Wochen

Bis zum 2. Dezember soll nun ein Kaufvertrag ausgehandelt sein. Bei einem Scheitern der Verhandlungen hätten eine schnelle Zerschlagung der Kette und der Verlust Tausender von Arbeitsplätzen gedroht. Bei Kaiser's Tengelmann arbeiten etwa 15 000 Menschen.

„Wir haben in den vergangenen Tagen sehr große Fortschritte in den Verhandlungen erzielt“, sagte Rewe-Chef Alain Caparros einer Mitteilung zufolge. „Ich bin froh, dass wir jetzt schnell zu einem positiven Ergebnis kommen können. Ich will diese Einigung und werde mit Nachdruck für den erfolgreichen Abschluss arbeiten.“

Altkanzler Schröder schlichtete mit

Tengelmann, Edeka und Rewe hatten sich bereits vor zwei Wochen in einem von Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) geleiteten Schlichtungsverfahren auf die Grundzüge eines Kompromisses geeinigt.

Tengelmann-Eigentümer Karl-Erivan Haub hatte vor zwei Jahren beschlossen, die tiefrote Zahlen schreibende Supermarktkette an Edeka zu verkaufen. Der Plan stieß jedoch bei Wettbewerbshütern auf heftigen Widerstand. Sie befürchteten durch einen Verkauf der Kette ausgerechnet an den Marktführer Edeka weniger Wettbewerb und steigende Preise im deutschen Lebensmittelhandel. Im April 2015 untersagte das Bundeskartellamt deshalb den Zusammenschluss.

Zwar gelang es Tengelmann und Edeka nach monatelangem Ringen, das Veto der Wettbewerbshüter durch eine Ministererlaubnis von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) auszuhebeln. Doch wurde die Ausnahmegenehmigung im Juli vom Oberlandesgericht Düsseldorf auf Antrag von Rewe sowie der Wettbewerber Markant und Norma, die mittlerweile ihre Klage zurückgezogen haben, gestoppt.

dpa

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