Ein Schützenpanzer des Typs Lynx von Rheinmetall steht vor dem Hauptquartier der Australian Defence Force in Canberra, Australien
+
Mit dem Schützenpanzer Lynx will Rheinmetall groß ins US-Geschäft einsteigen

Konzern winkt Milliardenauftrag

Rheinmetall Lynx: Diesen deutschen Panzer wollen sogar die Amerikaner

  • Markus Hofstetter
    vonMarkus Hofstetter
    schließen

Der Schützenpanzer Lynx soll der neue Verkaufsschlager von Rheinmetall werden. Das US-Militär könnte 4000 Stück des Schützenpanzers kaufen.

Auf Rheinmetall könnte ein gigantischer Auftrag zukommen. Das US-Militär sucht einen Ersatz für 3800 betagte Bradley-Schützenpanzer. Hoffnung auf den Auftrag macht sich auch der traditionsreiche deutsche Rüstungskonzern mit seinem Modell Lynx.

USA könnte 4000 Lynx-Schützenpanzer kaufen

Mit seinem Lynx könnte Rheinmetall noch in diesem Jahr zusammen mit seinem US-Partner Raytheon den Auftrag für eine Konzeptstudie erhalten. In zwei Jahren könnte die Prototypenphase beginnen. Setzt man sich gegen die Konkurrenz durch, winkt ein Auftrag über 4000 Fahrzeuge, der 40 Milliarden Euro einbringt. Um überhaupt eine Chance auf einen Zuschlag zu haben, will Rheinmetall die Schützenpanzer komplett in den USA produzieren. Die Ablösung des Bradley-Schützenpanzers soll ab 2028 erfolgen.

Lynx wartet mit einigen Neuerungen auf. Die Welt berichtet, dass der Schützenpanzer eine eigene Drohne zur Überwachung des Gefechtsfelds erhalten soll. Ein Sensor-Mikrofon-System soll gegnerische Schützen, die auf den Panzer feuern, automatisch lokalisieren können. Zudem soll Lynx über eine „Killer-Killer Capability“ verfügen. Das bedeutet, der Panzer kann mit seinen Waffen gleichzeitig unterschiedliche Ziele bekämpfen.

Lynx wurde bereits an Ungarn verkauft

Schon jetzt deutet sich an, dass Lynx der neue Verkaufsschlager von Rheinmetall werden könnte. Ungarn hat bereits 218 Modelle bestellt. Inklusive der Unterstützungsfahrzeuge und Leistungen wie Simulatoren hat der Auftrag Unternehmensangaben zufolge ein Volumen von über zwei Milliarden Euro. Aus Australien könnte bereits in diesem Jahr der nächste Milliardenauftrag kommen. Interesse an dem Lynx zeigen laut Rheinmetall auch Tschechien, Slowakei, Slowenien und Italien.

Rheinmetall setzt ganz auf Rüstung

Da weltweit die Rüstungsausgaben steigen, stehen Rheinmetall glänzende Zeiten bevor. Für das Geschäft mit Panzern und Militärlastwagen sieht der Konzern in den kommenden zehn Jahren ein Auftragspotenzial von bis zu 60 Milliarden Euro. Nun setzt man ganz auf die Militärsparte. Dieser Geschäftsbereich soll von 3,7 Milliarden Euro im vergangenen Jahr auf 5,5 Milliarden Euro bis 2025 wachsen.

Aus dem siechen Automotive-Geschäft, dessen Umsatz 2020 um 21 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro einbrach, will man sich zurückziehen. Das Kolbengeschäft mit rund 4000 Mitarbeitern soll nun verkauft werden.

Leopard-Panzer ist bekanntestes Produkt von Rheinmetall

Bekannt ist Rheinmetall vor allem für den Kampfpanzer Leopard, der gemeinsam mit Krauss-Maffei gebaut wird. Ein gemeinsames Projekt ist auch der Schützenpanzer Puma. Der Lynx dagegen ist eine Eigenentwicklung von Rheinmetall.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare