Richtig versichert ins Ausland

Im Ausland studieren oder arbeiten ist heute schon eine Selbstverständlichkeit. Unbedingt ins Gepäck gehört bei Studenten, Au-pairs und Berufstätigen der richtige Versicherungsschutz. Denn hiesige Policen gelten nicht automatisch weltweit.

„Die wichtigste Police ist ein umfassender Krankenversicherungsschutz“, sagt Stefan Albers, Präsident des Bundesverbandes der Versicherungsberater in Bonn. Sobald man länger als sechs Wochen unterwegs ist, hat die übliche private Auslandskrankenversicherung ausgedient. Eine spezielle Police für Langzeitaufenthalte ist ratsam. Sie sichert die Behandlung einer akuten Erkrankung im Ausland ab und kommt, wenn nötig, für den Rücktransport in die Heimat auf. „Man sollte den eigenen Bedarf prüfen: Wo fahre ich hin und welchen Schutz benötige ich?“, rät Rüdiger Strichau, Versicherungsexperte bei der Verbraucherzentrale Berlin. Nicht immer ist die Mitversicherung der USA als Reiseland, wo extrem hohe Behandlungskosten anfallen, oder die Abdeckung von Kriegs- und Krisengebieten nötig.

Wichtige Details

„Ein Heimaturlaub sollte mitversichert sein“, sagt Strichau. Hat man die Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenkasse vor Reiseantritt gekündigt, ist man sonst bei einer kurzen Heimreise nicht versichert.

Geht man schon krank auf Reisen, wird die Police für die Weiterbehandlung im Ausland nicht aufkommen. Die Behandlung von Vorerkrankungen sollte aber nur dann ausgeschlossen sein, wenn sie per ärztlicher Diagnose vor Abreise festgestellt wurde. „Beim Zahnarzt geizen die Policen oft. Wichtig ist, dass nicht nur schmerzstillende Behandlungen gedeckt sind, sondern auch Reparaturen“, so Albers. Ebenso sollte genau definiert sein, wann ein Rücktransport in die Heimat bezahlt wird.

Die Preise der Policen variieren je nach Alter und Art des Aufenthaltes deutlich. Eine private Auslandskrankenversicherung für einen USA-Aufenthalt kostet ab 350 Euro im Jahr bis zu 1000 Euro, je nach Umfang der Leistung (ERV 350 Euro, Hanse-Merkur ab 370 Euro, Huk-Coburg 500 Euro, R+V 800 Euro). Wer unter dem Dach einer Organisation reist – Au-pair-Agentur oder studentischer Austauschdienst –, kann oft von günstigeren Gruppenverträgen profitieren.

Sachversicherungen

„Vor Abreise sollte man alle Versicherer kontaktieren und sich Geltungsdauer und -bereich der jeweiligen Police schriftlich bestätigen lassen“, rät Peter Grieble, Versicherungsexperte bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Die private Haftpflicht gilt üblicherweise weltweit. Eine extra Hausratversicherung ist meist nicht nötig – Schäden am gemieteten Wohneigentum deckt die Haftpflicht.

„Wichtig ist zu prüfen, ob in der Berufsunfähigkeitsversicherung Versicherungsschutz für das jeweilige Reiseland gilt“, rät Grieble. Sei dies nicht der Fall, stehe man ohne Rente da, sollte man im Ausland berufsunfähig werden.

Sozialversicherung

Geht man nur vorübergehend über die Grenze, sollte man bestehende Sozialversicherungen – gesetzliche Krankenversicherung, Pflege-, Arbeitslosen- und Rentenversicherung – weiterlaufen lassen. So sind Leistungsansprüche nicht gefährdet. Um Kosten zu sparen, kann man Kranken- und Pflegeversicherung auf Ruheanwartschaft umstellen. „Das kostet rund 50 Euro im Monat und man kann die Mitgliedschaft nach der Rückkehr wieder aufleben lassen“, sagt Albers. Allerdings hat man in der Zeit der Anwartschaft keinen Anspruch auf Leistung.

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