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Mit Sicherheit gut erholt: Familien mit Kindern empfehlen Experten eine Reiserücktrittsversicherung.

Die richtige Versicherung für den Urlaub

München - Auch in der schönsten Zeit des Jahres kann einiges schiefgehen. Helfen können Versicherungen, frei nach der Devise: Gut geschützt ist halb erholt. Aber nicht jede Urlaubs-Police ist sinnvoll.

Auch wer seinen Urlaub gut plant, ist vor unliebsamen Überraschungen nicht sicher. Wir erklären, welche Policen Sie im Gepäck haben sollten.

Krankheit

Die einzige „absolut wichtige“ Versicherung ist eine private Auslands-Krankenversicherung, sagt Hajo Köster vom Bund der Versicherten (BdV). Die Versicherung - einen Single kostet sie 8 bis 12 Euro pro Jahr, Familien zahlen zwischen 15 und 22 Euro - übernimmt Kosten für Behandlungen, die von der gesetzlichen Krankenkasse nicht oder nur teilweise erstattet werden. Sie zahlt auch den Rücktransport, wenn Behandlung oder Operation im Ausland nicht möglich sind.

„Wer heute ohne Krankenversicherung ins Ausland fliegt, riskiert seinen finanziellen Ruin“, sagt Jochen Oesterle vom ADAC: „Es muss in die Köpfe hinein, dass das Risiko viel zu hoch ist, wenn man beim Auslandskrankenschutz spart, aber es ist leider noch immer Alltag, dass die Leute tief in die Tasche greifen müssen“, bedauert Oesterle. Mit hohem Risiko: In Europa zahle die Krankenkasse nur einen Teil der Kosten, außerhalb Europas muss der Reisende alleine aufkommen. Am teuersten werde dies in den USA: Ein einziger Tag dort auf der Intensivstation könne 10 000 Euro kosten. Wichtig beim Abschluss sei zudem, dass der „sinnvolle und vertretbare“ Rücktransport mitversichert ist und nicht bloß der „notwendige“. Denn medizinisch notwendig sei der Rücktransport heute nur noch selten.

Reiserücktritt

Bei langfristig gebuchten und kostspieligen Reisen empfiehlt sich der Abschluss einer Reiserücktrittsversicherung. Mit ihr lassen sich Stornogebühren abfedern. Ratsam sei die Police auch für ältere Menschen oder Kinder, „weil man auch da nie weiß, was kommt“, erläutert Hajo Köster vom Bund der Versicherten. Die Kosten liegen bei etwa 35 Euro pro 1000 Euro Reisepreis. Die Reiserücktrittsversicherung tritt klassischerweise bei Krankheit oder Tod eines Reisenden oder eines nahen Angehörigen in Kraft. Sie kann aber auch eingreifen, wenn der Arbeitgeber den gewährten Urlaub streicht, so Köster.

Gepäckverlust

Eine Reisegepäckversicherung ist „komplett überflüssig“, urteilt Hajo Köster. Zum einen sei die Versicherungssumme häufig auf 1500, maximal 4000 Euro beschränkt. Hinzu komme meist ein hoher Selbstbehalt von 300 bis 500 Euro. Zudem gingen die Reisenden oft leer aus, weil sie an Ausschlussbedingungen der Versicherungen scheitern. „Etwa am fehlenden Schenkeldruck, der so stark auf einen Koffer einwirken muss, dass man ihn nicht einfach wegnehmen kann“, sagt Köster.

„Man muss mit Argusaugen das Kleingedruckte zu Ausschlusstatbeständen und Verhaltenspflichten lesen“, empfiehlt auch Jochen Oesterle. So darf man die Handtasche zum Beispiel nicht nur über der Schulter tragen, sondern muss sie bewusst festhalten, um sie gegen Diebstahl zu sichern. Den Schmuck darf man nur im Hotel-Safe, nicht etwa im Zimmer-Safe aufbewahren. „Versicherte, die diese strengen Aufbewahrungsvorschriften nicht befolgen, gehen meist leer aus“, sagt Oesterle. Darüber hinaus ist in der Regel in den Policen die Haftung für viele Wertgegenstände ausgeschlossen oder zumindest begrenzt. „Fotoapparate und Objektive, Videokameras, Laptops, Schmuck und Pelze sind klassische Beispiele dafür - lesen Sie nach, ob das, was Sie versichern wollen, auch versichert ist“, rät Oesterle. Nur wenn größere Sportgeräte wie Fahrräder, Surfbretter und Skier mit in den Urlaub sollen oder Spezialgepäck wie ein Rollstuhl oder Prothesen aufgegeben werden müssen, könne die Reisegepäckversicherung sinnvoll sein, lautet das Fazit der Experten. Die Hausratversicherung ersetze oft auch schon den Schaden, ohne dass es eine Spezialversicherung braucht. Zumindest bei neueren Policen gälten auch das Hotelzimmer oder die Ferienwohnung im Urlaub als geschützter Wohnraum, für den die Hausratversicherung greift, so Oesterle. Und wenn das aufgegebene Gepäck beim Flug verloren geht, haftet grundsätzlich die Fluggesellschaft.

Haftpflicht

Eine spezielle Reisehaftpflichtversicherung braucht nicht, wer eine Privathaftpflichtversicherung abgeschlossen hat. Und eine solche sollte jeder haben, sagt Köster. Trotzdem empfiehlt es sich auch hier, vor Reisebeginn den Versicherungsvertrag zu lesen. Denn nach den Allgemeinen Bedingungen zur Haftpflichtversicherung sind oft Schäden an gemieteten Sachen vom Versicherungsschutz ausgeschlossen. Doch haben viele Versicherungen in den erweiterten Bedingungen vereinbart, dass für die Beschädigung von Wohnräumen und sonstigen für private Zwecke gemieteten Räumen doch Versicherungsschutz besteht.

„Mallorca-Police“

Wer den Urlaubsort mit einem Mietwagen erkunden will, sollte bei der eigenen Kfz-Versicherung nachfragen, ob eine sogenannte Mallorca-Police im Versicherungsschutz enthalten ist, empfehlen die Experten. Eine solche Mietwagenpolice deckt schwere Schäden im Ausland ab. In vielen südeuropäischen Urlaubsländern wie Griechenland oder Spanien reiche die Deckung unter Umständen nicht aus, weil gemietete Fahrzeuge dort mit weit unter dem deutschen Standard liegenden Mindestversicherungssummen versichert sind, sagt Christian Lübke vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft. Geht die Schadenssumme darüber hinaus, muss der Urlauber den Differenzbetrag selbst begleichen. Durch die „Mallorca-Police“ wird die Deckungssumme angehoben.

Susanne Sasse

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