Mit richtiger Krankenkasse 500 Euro sparen

- Berlin - Gesetzlich Versicherte können mit einem Wechsel zu einer günstigeren Krankenkasse Kostensteigerungen im Zuge der Gesundheitsreform dämpfen. Darauf hat die Stiftung Warentest nach einem Preis-Leistungs-Vergleich von 172 Krankenkassen hingewiesen.

<P>Durch einen Wechsel könnten Arbeitnehmer bei größtenteils gleichen Leistungen der gesetzlichen Kassen bis zu 500 Euro im Jahr sparen, erklärten die Verbraucherschützer am Dienstag in Berlin. Aber auch für Privatpatienten lohne sich vor einem Vertrag ein Vergleich der Tarife. In einer Untersuchung des Preis-Leistungs-Verhältnisses und der Beitragsentwicklung der vergangenen sieben Jahre erhielten nur 54 der 222 geprüften privaten Tarifangebote von der Stiftung Warentest die Note "gut" und nur zwei ein "Sehr gut".</P><P>"Finanztest"-Chefredakteur Hermann-Josef Tenhagen sagte, durch die Reformpläne von Regierung und Union werde Gesundheitsschutz in Zukunft teurer. "Auf die Patienten kommen höhere Kosten zu", sagte er. Jeder gesetzlich Versicherte könne aber nach mindestens 18 Monaten in eine günstigere Kasse wechseln und so gegensteuern. Die Beitragssätze, die sich zwischen weniger als 13 und teils mehr als 15 Prozent bewegen, sollten jedoch nicht das einzige Kriterium sein. Zwar seien die Basisleistungen gesetzlich vorgegeben und damit gleich. Doch manche Kassen hätten zusätzliche Angebote.</P><P>Die Verbraucherschützer forderten die privaten Versicherer auf, ihren Kunden mehr Wechselmöglichkeiten einzuräumen und so für mehr Wettbewerb zu sorgen. Bisher ist ein Wechsel für langjährig Privatversicherte praktisch ausgeschlossen, weil die angesparten Altersrückstellungen beim Versicherer bleiben und Wechselwillige bei einer neuen Versicherung wegen des höheren Alters und Risikos höhere Tarife zahlen müssten. Auch die Rürup-Kommission hat hier Änderungen vorgeschlagen. Tenhagen sagte, diese Regelung verhindere Wettbewerb um ältere Versicherte und sorge für ein "Kuschelkartell der Krankenversicherer".</P><P>Derzeit sind den Angaben zufolge 86 Prozent der Deutschen gesetzlich versichert. Beamte, Selbstständige und gut verdienende Angestellte mit einem Brutto-Monatseinkommen von mehr als 3825 Euro haben die private Krankenversicherung als Alternative.<BR></P>

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