Riedel Glas speckt nach Nachtmann-Kauf ab

- München - Nachdem der wesentlich kleinere österreichische Glashersteller Riedel die F. X. Nachtmann Crystal AG übernommen hat, wird die Zahl der Mitarbeiter um ein Viertel gesenkt. Von den 1600 Beschäftigten (2004) bei Nachtmann sollen 2006 noch 1200 und von den 400 Riedel-Mitarbeitern noch 300 übrig bleiben.

<P class=MsoNormal>Ziel der Übernahme sei, die Unternehmensgruppe zu stärken und langfristig Arbeitsplätze zu sichern. "Alle Standorte bleiben erhalten", betonte Georg J. Riedel, Geschäftsführer und Gesellschafter der Riedel Tiroler Glashütte GmbH. Das sind in Bayern die Orte Neustadt an der Waldnaab, Weiden, Amberg, Frauenau, Spiegelau und Riedlhütte.</P><P class=MsoNormal>Die 1834 gegründeten Bleikristallwerke Nachtmann hatten in den letzten Jahren Millionenverluste geschrieben. Nachtmann hatte sich auf Fremdfertigung für renommierte Marken wie Rosenthal, Villeroy & Boch, Waterford Wedgewood, Lenox, Tiffany und andere spezialisiert. Dieses Geschäft sei laut Riedel "schwer einschätzbar". Bei Ausfall eines Kunden drohten große Einbußen. Nur 40 Prozent der Produktion wurden unter den eigenen Marken Nachtmann und Spiegelau vertrieben.</P><P class=MsoNormal>"Das Produkt von der Quelle zum Endverbraucher im eigenen Vertriebssystem bringt extrem hohe Spannen", sagte Riedel. Das zeige auch das Verhältnis von Umsatz und Stückzahl: Bei Riedel waren das 11 Millionen Stück bei etwa 100 Millionen Umsatz, bei Nachtmann 55 Millionen Stück bei 124 Millionen Umsatz; das entspricht 9 bzw. 2 Euro Umsatz pro Stück.</P><P class=MsoNormal>Riedel Glas, seit 1756 in Familienbesitz, habe die Übernahme zur Gänze eigenfinanziert. Einschließlich Bankschulden, Kapitalerhöhung und Kaufpreis seien das 50 Millionen Euro gewesen.</P><P class=MsoNormal>Der Personalabbau sei unabdingbar, mit der Belegschaft vereinbart und soll bei Nachtmann die Personalkosten von 61 auf 49 Millionen Euro bis 2006 senken.</P>

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