Der Riese wankt: General Motors streicht 25 000 Stellen

- Wilmington - Sinkende Absatzzahlen, ein verlustreicher Preiskrieg mit der Konkurrenz und ein horrender Schuldenberg: Der Autoriese General Motors ist ins Wanken geraten. Konzernchef Rick Wagoner verkündete ein rigoroses Sparprogramm mit der Streichung von 25 000 Jobs in den USA der Schließung von Fabriken, um den weltgrößten Autobauer auf seinem Heimatmarkt Nordamerika wieder auf Kurs zu bringen. Die Beschäftigten der deutschen Tochter Opel äußerten die Überzeugung, der von Wagoner verkündete Personalabbau habe mit der Restrukturierung der europäischen GM-Töchter nichts zu tun.

Die Senkung der Überkapazitäten und die Stellenstreichungen sollen laut Wagoner General Motors jährlich rund 2,5 Milliarden Dollar (2,05 Milliarden Euro) einsparen. In seiner Rede auf der Hauptversammlung klagte der Konzernchef über stark gestiegene Kosten für die Krankenversicherung der Mitarbeiter. Diese belasteten derzeit jedes Auto von GM mit rund 1500 Dollar. Es liefen "intensive Diskussionen" mit den Gewerkschaften über die Senkung der Kosten für die Gesundheitsfürsorge, sagte Wagoner. "Lassen Sie es mich geradeheraus sagen: Unsere absolute Top-Priorität ist es, unser größtes Geschäftsfeld baldmöglichst wieder zurück zur Profitabilität zu bringen."<BR>Mit massiven Zugeständnissen hatten die Opel-Beschäftigten Anfang März 2005 nach zähen Verhandlungen im so genannten Zukunftsvertrag die westdeutschen Werke des Traditionsunternehmens gesichert. Der Deal: 9000 Stellen werden abgebaut, die verbleibenden Mitarbeiter müssen Einbußen beim Gehalt hinnehmen. Dafür sind bis Ende 2010 betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen.<BR><BR>"Ich gehe davon aus, dass bei Opel nicht nachgekartet wird", sagte der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats, Klaus Franz. Nach Rücksprache mit dem Management von GM Europe gehe der Gesamtbetriebsrat davon aus, dass über den bei Opel bereits beschlossenen Personalabbau nicht hinausgegangen werde.<BR><BR>Anfang Mai hatte die amerikanische Rating-Agentur Standard & Poor´s die Anleihen von GM auf Grund der hohen Schuldenlast auf das Niveau von Ramschanleihen (Junk Bonds) herabgestuft. Für den Konzern war es dadurch teurer geworden, sich auf den Finanzmärkten frisches Kapital zu beschaffen. Gestern stieg die GM-Aktie um fast zwei Prozent an.<BR>

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