Riesen-Airbus: Großauftrag von Qantas

- Sydney - Die erste gute Nachricht für das krisengeschüttelte A380-Programm seit Monaten: Die australische Fluggesellschaft Qantas hat bei Airbus acht weitere Riesenjets bestellt. Es ist die erste A380-Bestellung seit Juni 2005. Airbus hat damit insgesamt 167 Order für das weltgrößte Passagierflugzeug, das den europäischen Hersteller mit seinen Produktionsproblemen und Verzögerungen in eine tiefe Krise stürzte. Unterdessen verhandelt der wichtigste A380-Kunde Emirates mit Boeing über den Kauf des Konkurrenzmodells 747-8, bekräftigte aber zugleich das Interesse an insgesamt 45 A380-Maschinen.

Für Airbus gleicht die Qantas-Order mit einem Listenpreis von rund zwei Milliarden Euro zwar einem Befreiungsschlag nach den Krisen- Meldungen der vergangenen Monate -gemessen an dem Ausmaß der Probleme ist es aber nur ein kleiner Schritt. Die Zahl der Maschinen, die verkauft werden müssen, um Geld mit dem A380 zu verdienen, wurde vor kurzem wegen der Verzögerungen von 270 auf 420 erhöht. Bis zu dieser Marke fehlen Airbus immer noch 253 Flugzeuge. Die Verzögerungen bei der A380-Auslieferung unter anderem wegen Schwierigkeiten bei der Verkabelung reißen ein Milliardenloch in die Airbus-Kassen. Das bedroht unter anderem das wichtige Zukunftsprojekt für den neuen Jet A350, ohne den Airbus schwer in Rückstand gegenüber dem Erzrivalen Boeing geraten kann.

Die Verzögerungen bringen den größten A380-Kunden Emirates auch dazu, sich bei Boeing umzusehen. Es gehe um 20 bis 30 Maschinen des neuen Jumbo-Jets 747-8 - der Konkurrenz-Maschine, die dem A380 am nächsten kommt, berichteten unter Berufung auf den Emirates- Präsidenten Tim Clark am Samstag übereinstimmend die Londoner "Times" und der "Independent". Emirates verlange aber eine Sonder- Version der Maschine für normalerweise rund 460 Passagiere. Die Airline wolle weniger Sitzplätze und dafür eine größere Reichweite.

Zugleich zieht Emirates den Angaben zufolge die Order für den Langstreckenjet A340 zurück und setzt stattdessen auf Boeings Konkurrenzmodell 777. Es gehe um zehn fest bestellte A340 und eine Option auf acht weitere Maschinen des Typs, hieß es. Das Paket hätte einen Listenpreis von vier Milliarden Dollar. Airbus habe keine Kenntnis von einer Abbestellung, sagte eine Sprecherin. Insbesondere die älteren Versionen A340-200 und -300 waren durch die Boeing 777 bereits massiv unter Druck geraten. Emirates hatte bereits vor einem Jahr 42 Maschinen der Boeing 777 bestellt.

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