Riesen-Airbus A380: Warum er jetzt auf der Elbe schwimmt

- Dresden - Dereinst soll der große Airbus weit über 500 Passagiere von Kontinent zu Kontinent tragen. Doch vorher ist die A380 selbst eine logistische Herausforderung. Wie bringt man ein derart sperrige Flugzeug von Hamburg nach Dresden? Richtig: auf der Elbe, wo selbst große Brücken sich als winziges Nadelöhr erweisen.

<P>Doch was soll das europäische Flugzeugprojekt, das das aus halb Europa nach Toulouse geliefert und dort montiert wird, in Dresden? Es wird dort in die Mangel genommen. Das oberbayerische Dienstleistungsunternehmen IABG, das in 40 Jahren schon viele Flugzeugkonstruktionen auf Herz und Nieren geprüft hat (siehe Kasten), zog auch den Auftrag für den Ermüdungsversuch an der A380 an Land.<BR><BR>Doch in der IABG-Zentrale in Ottobrunn, ist Platz Mangelware. Zumindest für den Riesenvogel aus Toulouse reicht der Platz nicht aus. So baute die IAGB mit ihrer sächsischen Partnerfirma IMA ein Testzentrum für Großflugzeuge am Dresdner Flughafen.<BR><BR>Weil die Elbe als Transportweg vom Hamburger Airbus-Werk aus zur Verfügung stand, bot sich dieser Standort an. Dennoch ist der Transport quer durch Norddeutschland alles andere als ein Kinderspiel. Fünf Schubverbände - jeder fast 71 Meter lang - legen seit letzter Woche im Tagestakt in Hamburg ab, und bringen das größte Passagierflugzeug der Welt Stück für Stück ans Ziel. Drei Schubverbände übernehmen den in drei Teile zerlegten Rumpf und zwei die Flügel. Mehr als eine Woche sind die gigantische Flugzeugtransporter mittlerweile unterwegs. Zeit spielt bei maximal acht Kilometern pro Stunde nicht die zentrale Rolle. Weit wichtiger ist Präzision. Bei mehr als 40 Brücken auf der 570 Kilometer langen Strecke muss häufig zentimetergenau navigiert werden. Weil junge Schiffsführer von dieser Aufgabe überfordert wären, reaktivierte die Deutsche Binnenreederei alte Hasen, die eigentlich schon in Altersteilzeit sind, aber wegen ihrer Erfahrung für den Airbus-Transport voll reaktiviert wurden.<BR><BR>Wenn bis zum 1. Oktober das letzte Schiff am Dresdner Elbufer festmacht, liegen die Binnenschiffer immer noch gut im Zeitplan. Nur auf den letzten Kilometern wechselt das Flugzeug sein Verkehrsmittel. In Dresden werden die fünf Flugzeugteile mit einem 800-Tonnen-Kran auf die Autobahn gehoben, wo die Reise zum Flughafen per-Spezial-Tieflader fortgesetzt wird. Abfahrt um Mitternacht, um Staus zu vermeiden.<BR><BR>Während auf der Reise Schäden nach Möglichkeit vermieden werden und auch beim Fertigstellen des Versuchsaufbau bis August 2005 das Flugzeug zunächst geschont wird, geht es anschließend darum, Rumpf und Tragflächen nach allen Regeln der Kunst zu strapazieren. Nach dem Zusammenbau des Flugzeugs werden im Versuchsaufbau innerhalb von 26 Monaten die rund 47 500 Flüge simuliert, die ein wirkliches Passagierflugzeug erst in 25 Jahren hartem Praxiseinsatz erreicht.<BR><BR>Doch gibt es für die Airbus-Bauer bereits nach 5000 simulierten Flügen grünes Licht. So kann das Flugzeug fertig entwickelt werden, während in Dresden die Tests noch jahrelang weitergefahren. Selbst wenn der A380 bereits von Fluggesellschaften in Dienst genommen wird, sollen in Dresden noch gigantische Servomotoren Rumpf und Flügel verbiegen, um festzustellen, wie auch nach vielen Jahren Einsatz das Flugzeug zum Beispiel beim Durchfliegen von Gewitterzonen oder auf ähnlich starke äußere Belastungen reagiert.</P><P> </P><P><BR> </P>

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