Riesenverluste durch fehlerhafte Buchungen beim Bankkonto

- München - Dass Kontobuchungen in der Vergangenheit nicht immer korrekt waren, ist bekannt. Weniger bekannt ist, dass bei größeren Umsätzen, wie sie auch kleine Betriebe haben, stattliche Summen zusammenkommen - und dass die Betroffenen ihr Geld jetzt noch zurückfordern können.

<P>Beispiel Wertstellung: Bis Gerichte den Banken einen Riegel vorschoben, verbuchten Geldhäuser Belastungen eines Kontos sofort, Einzahlungen aber wurden dem Kunden meist erst Tage später gutgeschrieben. Dieser kleine Zinsvorteil für die Banken summierte sich zu riesigen Beträgen. </P><P>"Eine Bank, die über 10, 20 Jahre immer richtig gebucht hat, haben wir noch nicht gehabt", sagt Ingrid Möst, Geschäftsführerin der Correcto System GmbH in München. Das vor eineinhalb Jahren gegründete Unternehmen bietet als Dienstleistung ausschließlich für Unternehmen an, deren Bankkonten zu prüfen. </P><P>So habe die Überprüfung der Konten einer Firma für die Jahre von 1984 bis 2001 einen Gesamtschaden von 107 000 Euro ergeben. Das ist auch für einen nicht so kleinen Handwerksbetrieb kein Pappenstiel. Doch wer weiß schon, ob seine Bank immer korrekt gebucht hat? "Das ist für keinen Bankkunden ersichtlich", sagt Möst.</P><P>Correcto will mit einer Software, in der wie auch bei Banken alle Kontobewegungen eingegeben werden, fehlerhafte Buchungen herausfinden. Berücksichtigt würde auch die einschlägige Rechtsprechung zum Thema Umgang der Banken mit ihren Kunden. </P><P>"Je älter die Auszüge, desto besser für Sie", meint Möst. Denn da würden die meisten Falschbuchungen ermittelt. Den größten Posten machten Wertstellungen aus.</P><P>Sind Buchungen zum Nachteil des Kunden erst einmal nachgewiesen, kann sich dieser an seine Bank wenden und das Geld zurückverlangen. <BR>Einer Schreinerei, die ihre Konten von Correcto hat überprüfen lassen, fehlten 90 000 Euro. </P><P>Neben verfrühten Belastungen und verspäteten Gutschriften gebe es noch andere Möglichkeiten, mit denen Bankkunden geschädigt werden. Zum Beispiel würden vereinbarte Konditionen schlicht ignoriert, falsche Zinssätze berechnet, unzulässige oder überhöhte Gebühren verlangt oder variable Zinsen verspätet oder gar nicht angepasst.</P><P>Ansprüche gegen die Bank oder Sparkasse kann der Kunde bis zu drei Jahren nach Bekanntwerden des Fehlverhaltens geltend machen. Für die Nachberechnung seiner Forderungen gebe es laut Correcto keine Zeitbegrenzung.</P>

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