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Riester-Rentenversicherung: Nur zwei schaffen die Note Eins

- Riester-Rentenversicherungen sind die meistverkauften Verträge in der geförderten Altersvorsorge. 35 Tarife der klassischen Variante ohne Fonds hat Finanztest untersucht, nur zwei waren sehr gut.

Mehr als 5,5 Millionen Kunden haben eine klassische Riester-Rentenversicherung abgeschlossen. Sie erhalten bei neuen Verträgen eine Zinszusage von 2,25 Prozent auf den Sparanteil im Beitrag. Ihr Geld fließt überwiegend in sichere Kapitalanlagen. Doch: Der beste Anbieter einer solchen privaten Zusatzrente zahlt im Alter ein Fünftel mehr Geld als der schlechteste.

Wer ab dem 39. Lebensjahr rund 1000 Euro im Jahr in die Altersvorsorge einzahlt, kann bei "sehr guten" Produkten später im besten Fall 216 Euro pro Monat herausbekommen, rechnet Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur von Finanztest vor. Bei den nur als "ausreichend" gewerteten Vorsorgeprodukten sind es im schlechtesten Fall hingegen nur 183 Euro. Die Note "ausreichend" bekamen drei Angebote. Weitere 19 wurden als "befriedigend" bewertet und acht als "gut".

Mit "sehr gut" schnitten die Angebote von Cosmos-Direkt und Hanse-Merkur ab. Beide überzeugten stark vor allem bei der Rentenzusage. Im Vergleich zu anderen Anbietern erhalten Kunden hohe Mindestrenten. "Beide garantieren eine hohe Rente für den Eigenbeitrag des Sparers und waren auch als Anleger für den Kunden erfolgreich", sagte Tenhagen.

Die garantierte Rente ist Kunden sicher. Nicht sicher, aber trotzdem wichtig ist der zusätzliche Anteil aus Überschüssen. Am stärksten hängen die Überschüsse vom Erfolg des Versicherers am Kapitalmarkt ab. Der Anlageerfolg zeigt, wie erfolgreich ein Versicherer am Kapitalmarkt anlegt und wie sich das auf das Kundenguthaben auswirkt. Je höher die Erträge sind, desto mehr Rente kann später zusätzlich aus Überschüssen an die Kunden fließen.

Die Unterschiede sind groß. Schaffte die Debeka (im Test mit "gut" auf Platz drei) im Schnitt der letzten drei Jahre 5,8 Prozent, brachte die Itzehoer es nur auf 4 Prozent. Im Alter kosten solche Differenzen richtig Geld.

Riester-Rentenversicherungen sind nur etwas für Stetige. Wer immer brav mindestens den anfangs vereinbarten Beitrag einzahlt, kann bei "sehr guten" und mit Abstrichen auch bei "guten" Anbietern zu einer schönen Zusatzrente kommen. Verglichen mit anderen sicheren Geldanlagen macht die Riester-Förderung auch aus einer klassischen Rentenversicherung ein attraktives Produkt.

Geeignet sind klassische Riester-Rentenversicherungen für Sparer mittleren Alters, die aber noch nicht über 50 sind. Sie müssen aber die Beiträge immer aufbringen können und das richtige Angebot wählen. Ältere Anleger, die eine sichere Anlage suchen, sind oft mit einem Riester-Banksparplan besser bedient. Hier fallen keine Abschlusskosten an. Für Jüngere eignen sich wegen der auf lange Sicht besseren Ertragsaussichten am besten Riester-Fondssparpläne.

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