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Damit sich der Riester-Sparstrumpf schneller füllt, sollte man keinesfalls auf die staatliche Förderung verzichten.

Riester-Zulage: Was es zu beachten gilt

München - Über 13 Millionen Riester-Sparer gibt es inzwischen in Deutschland. Doch viele verschenken die staatliche Förderung. Welche Fristen gibt es zu beachten und wie flexibel sind Riester-Verträge – ein Überblick.

56 Prozent der Riester-Sparer verschenkten 2007 fast eine Milliarde Euro an Fördergeldern, so eine Auswertung des Forschungszentrums Generationenverträge der Uni Freiburg. Jeder vierte Beitragzahler stellte keinen Zulagenantrag. 664 Millionen Euro Förderung wurden nicht abgerufen, weitere 313 Millionen nicht ausgezahlt wegen zu geringer Beitragszahlungen. „Um kein Geld zu verschenken, sollten Riester-Sparer einen Dauerzulagenantrag über ihren Anbieter stellen und ihre Sparraten regelmäßig dem Einkommen angleichen“, rät Rentenexperte Bernd Raffelhüschen von der Universität Freiburg. Wichtig: Ende 2010 läuft die Frist für Zulagenanträge für das Jahr 2008 aus.

Beiträge

„Es empfiehlt sich, jährlich vier Prozent der beitragspflichtigen Vorjahreseinkünfte einzuzahlen, weil nur dann volle Zulagen fließen“, so Udo Rössler, Sprecher Vorsorge bei Allianz Leben. Wer weniger überweist, erhält auch nur anteilig Fördergelder. Eine Ausnahme bilden Riesterberechtigte ohne oder mit sehr geringem Einkommen. Hier ist der Sockelbetrag von 60 Euro pro Jahr zu leisten. Allerdings gilt auch in diesem Fall: Geringere Einzahlungen sind möglich, bewirken aber nur anteilige Förderung.

Förderhöhe

Riester-Sparer erhalten jährlich bis zu 154 Euro Grundzulage und 185 Kinderprämie. Für Sprösslinge, die seit 2008 geboren wurden, gibt es sogar 300 Euro Prämie. Außerdem sind Eigenzahlungen und staatliche Gelder steuerlich absetzbar. Ist der Steuervorteil höher als die erhaltenen Zulagen, schreibt das Finanzamt die Differenz gut.

Sonderzahlung

Zu niedrige Beiträge lassen sich mit Sonderzahlungen jederzeit ausgleichen. Umgekehrt gilt: Wer in finanziellen Schwierigkeiten steckt, kann seinen Vertrag beitragsfrei stellen – bei manchem Anbieter geht das bis zu zwei Jahre. „Fließen keine Einzahlungen im Beitragsjahr, entfallen Riester-Zulagen und der Sonderausgabenabzug“, warnt Rössler. Und einige Anbieter berechnen für die Beitragsfreistellung Gebühren. Positiv: Riester-Beiträge kann man jederzeit aufstocken. Einzahlungen über 2100 Euro pro Jahr bleiben aber ungefördert. Ein Vorteil gilt für alle Riester-Zahlungen: Während der Sparphase bleiben Guthaben von Abgeltungsteuer verschont – das optimiert die Kapitalbildung.

Vertragssplitting

Die Riester-Förderung kann man auf zwei separate Verträge verteilen. So lässt sich etwa ein Rentensparplan und ein Riester-Bausparvertrag kombinieren. Die Höhe der Förderung verdoppelt sich deswegen aber nicht, Zulagen und Steuervorteile werden lediglich gesplittet, es fallen aber doppelte Vertragskosten an.

Anbieterwechsel

Der Wechsel vom Bank- zum Fondssparplan oder zur Rentenversicherung ist kein Problem, Riester-Verträge sind mit einer Frist von drei Monaten kündbar. Beim Vertragstausch wird das angesammelte Kapital übertragen. Der neue Vertrag muss aber ein Riester-Vertrag sein, sonst sind Zulagen und Steuervorteile zurückzuzahlen. Merten Larisch von der Verbraucherzentrale Bayern verweist auf Kostennachteile: „Gezahlte Provisionen und Abschlussgebühren sind verloren, außerdem fallen Stornokosten an.“ Zudem können Kursdellen bei Fonds das Mitnahmekapital schmälern – die Riester-Beitragsgarantie greift nur zum Vertragsende. Bei neuen Versicherungsverträgen sind die Garantiezinsen inzwischen von 3,25 auf 2,25 Prozent gefallen.

Weitere Falle

„Heutige Unisextarife führen bei gleichem Beitrag für Männer zu einer niedrigeren Rente als Altverträge vor 2006“, warnt Vorsorgeexperte Rössler. Fallstricke lauern auch bei Wohn-Riester-Krediten: „Bei Kündigung während der Finanzierungsphase droht Vorfälligkeitsentschädigung und der Verlust der Förderung“, mahnt Larisch. Erst nach zehn Jahren sind Hypothekendarlehen ohne Strafgebühr kündbar. Der Umstieg von einem Renten- zu einem Wohn-Riester-Vertrag geht hingegen problemlos.

Mehr Informationen

gibt es unter Fax-Abruf 09001/25 26 65 54 40 (1 Minute = 0,62 EUR / 6 Seiten) bis zum 10. Dezember. Das Fax-Gerät auf „Polling“ oder „Sendeabruf“ stellen, Fax-Service-Nummer wählen und Starttaste drücken. Alle neueren Geräte haben diese Funktion. Kein Fax? Dann senden Sie einen mit 0,90 Euro frankierten Rückumschlag plus 1,45 Euro in Briefmarken unter dem Stichwort „Riester-Regeln“ an: Versandservice, Lerchenstr. 8, 86938 Schondorf.

Von Max Geissler

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