Ringen um Hapag-Lloyd geht in entscheidende Runde

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Hannover/Hamburg (dpa) - Das Ringen um die Hamburger Container- Reederei Hapag-Lloyd geht in die entscheidende Runde. Am Freitag endete die Angebotsfrist für das Traditionsunternehmen, das der Reise- und Schifffahrtskonzern TUI verkaufen will.

Im Rennen sind zwei Bieter, die ein verbindliches Angebot abgaben: Der Logistik- und Schifffahrtskonzern Neptun Orient Lines (NOL) aus Singapur sowie eine Hamburger Investoren-Gruppe um den früheren Senator Wolfgang Peiner und den Transportunternehmer Klaus-Michael Kühne.

Die TUI werte die Angebote nun aus, sagte ein Sprecher. Eine Entscheidung falle voraussichtlich Mitte Oktober. Der TUI-Konzern will sich auf Druck aus dem Aktionärskreis von der größten deutschen Container-Reederei trennen. Über den Mindestpreis, den die TUI für die Tochter auf jeden Fall erlösen will, hat TUI-Chef Michael Frenzel bisher Stillschweigen bewahrt.

Nach früheren Angaben steht Hapag-Lloyd mit 3,5 Milliarden Euro in den Büchern, die Rede war von möglichen Erlösen zwischen vier und fünf Milliarden Euro. Die Containerschifffahrt leidet aber gegenwärtig unter sinkenden Frachtraten. Es gilt als nicht ausgeschlossen, dass die TUI den Verkauf von Hapag-Lloyd noch stoppt. Frenzel hatte betont, er wolle den höchst möglichen Preis für Hapag- Lloyd erzielen. Nach der Trennung will die TUI das Reisegeschäft als alleiniges Standbein ausbauen und dort kräftig investieren.

Erst am Mittwoch hatten Beschäftigte von Hapag-Lloyd gegen einen möglichen Verkauf des Unternehmens an die Reederei Neptun Orient Lines, die mehrheitlich einem Staatsfonds gehört, protestiert. Sie fürchten um den Standort, den Fortbestand der Marke und Jobs.

Der frühere Hamburger Senator Peiner sagte am Freitag, es komme nun ganz auf die Entscheidung der TUI AG an. "Wir stehen bereit, Hapag-Lloyd auf einen guten Kurs in den Heimathafen Hamburg zu steuern." Er hatte gemeinsam mit dem Privatbanker Christian Olearius und dem Transportunternehmer Kühne die Investorengruppe zusammengebracht, um Hapag-Lloyd als eigenständige Reederei mit Sitz in Hamburg zu erhalten. Kühne hatte gesagt, Deutschland brauche als führende Handelsnation eine starke Schifffahrt. Sollten die Asiaten zum Zuge kommen, "wäre das eine Katastrophe".

Neben der Warburg-Bank und der Stadt Hamburg gehören die HSH Nordbank und die Versicherungen Signal Iduna und Hanse Merkur zu den Investoren, die unter dem Namen des legendären Hapag-Reeders Albert Ballin antreten. Unterstützt wird die "Hamburger Lösung" von der Hamburger Politik und den Arbeitnehmern. Die Bundesregierung befürwortet grundsätzlich eine deutsche Lösung, hält sich aber aus dem Bieterverfahren heraus. Ein Sprecher von Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) sagte in Berlin, an wen TUI verkaufe, sei allein Sache des Unternehmens.

NOL-Chef Ron Widdows unterstrich am Freitag im "Hamburger Abendblatt" zum wiederholten Mal, dass auch bei einer Übernahme durch sein Unternehmen der Standort Hamburg gestärkt würde.

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