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Ist sich des Ernstes der Lage bewussst: Bayerns Finanzminister Georg Fahrenschon.

Ringen um HGAA-Rettung - "Ernste Situation"

Wien - Die Verhandlungen um die Rettung der angeschlagenen österreichischen Bank Hypo Group Alpe Adria (HGAA) sind in die entscheidende Runde gegangen.

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Österreichs Finanzminister Josef Pröll, Bayerns Finanzminister Georg Fahrenschon (CSU), BayernLB-Chef Michael Kemmer und Vertreter der übrigen Eigentümer trafen sich am Sonntagnachmittag in Wien, um den drohenden Kollaps der Bank abzuwenden.

Die Hypo Alpe Adria braucht etwa 1,5 Milliarden Euro frisches Kapital. “Ich glaube, dass wir uns alle des Ernstes der Situation bewusst sind“, sagte Fahrenschon vor Beginn der Gespräche. Bayern will die Hypo Alpe Adria loswerden, die sich für die BayernLB zum Milliardengrab entwickelt hat.

Eine mögliche Lösung wurde erst in der Nacht erwartet. Laut österreichischen Medienberichten besteht großer Zeitdruck. Eine Lösung müsse gefunden werden, bevor am Montagmorgen die HGAA-Schalter öffnen. Andernfalls müsse die österreichische Finanzmarktaufsicht das Ruder an sich ziehen. Befürchtet wird, dass die Kunden der Hypo ihr Geld massenhaft aus der Bank abziehen könnten. Ein Kollaps der Hypo Alpe Adria, die in Österreich “systemrelevant“ ist, könnte verheerende Auswirkungen auf den Finanzsektor in der Alpenrepublik und in Südosteuropa haben.

Krisengespräch mit Kanzler Faymann

Unmittelbar vor der Verhandlungsrunde habe Österreichs Finanzminister Josef Pröll noch Bundeskanzler Werner Faymann zu einem Krisengespräch getroffen, hieß es in informierten Kreisen. Hintergrund sei Druck der Europäischen Zentralbank (EZB) auf die österreichische Regierung. Wien hatte bislang die Hauptverantwortung für die pleitebedrohte Hypo Alpe an die Eigentümer verwiesen: die BayernLB, das Land Kärnten und die Grazer Wechselseitige Versicherung.

Der Freistaat Bayern als Eigentümer der BayernLB hat angeboten, die Hypo Alpe Adria faktisch an Österreich zu verschenken. Das stößt aber in Wien aber auf wenig Gegenliebe. Im Gegenzug hatte Bayern aber vor einigen Tagen angeboten, die Refinanzierung der Hypo Alpe Adria durch die BayernLB zumindest in Teilen aufrecht zu erhalten - was voraussichtlich auf eine dreistellige Millionensumme hinauslaufen würde.

Die erste Verhandlungsrunde der HGAA-Eigentümer mit Österreichs Finanzminister Josef Pröll in Wien war am Samstagabend nach fünf Stunden ohne konkrete Ergebnisse abgebrochen worden. Beobachter bezeichneten die Verhandlungsrunde anschließend als “zäh“. Thema ist, neben der Abwendung eines Zusammenbruchs der Bank auch die Zerschlagung der Bank vorzubereiten.

Die BayernLB hält gut zwei Drittel der Anteile an der ehemaligen Kärntner Landesbank, die von der Ratingagentur Moody's Anfang Dezember mit der Note E bewertet wurde - umgangssprachlich “Finanzschrott“. Das Kärntner Geldinstitut, die sechstgrößte Bank der Alpenrepublik, leidet unter hohen Kreditrisiken in Süd- und Südosteuropa und braucht dringendst frisches Kapital. Der selbst schwer von der Finanzkrise getroffenen BayernLB wird die Problem-Tochter in diesem Jahr voraussichtlich einen weiteren Milliardenverlust einbrocken.

Die Bayern LB hat bisher etwa sechs Milliarden Euro in die Hypo gesteckt - Kaufpreis, zwei Kapitalerhöhungen und konzerninterne Kredite. Die HGAA-Eigentümer streiten seit Wochen mit dem Staat Österreich darüber, wer sich an der dringend nötigen Finanzspritze in welcher Höhe beteiligt.

dpa

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