Ringen um Karstadt bis zur letzten Minute

Essen - Ringen um Karstadt bis zur letzten Minute: Nur Stunden vor der geplanten Übergabe der insolventen Warenhauskette an Nicolas Berggruen war der Weg für den Einstieg des Investors am Donnerstagnachmittag immer noch nicht frei.

Blockiert wurde die geplante Aufhebung des Insolvenzverfahrens durch einen Widerspruch des Karstadt-Gläubigers Dawnay Day gegen den Insolvenzplan. Nur durch eine Rücknahme der Beschwerde könnte der Weg frei gemacht werden für eine pünktliche Übergabe der Warenhauskette mit 25 000 Beschäftigten zum 1. Oktober. Bis zum Donnerstagnachmittag lag beim Essener Gericht nach Angaben eines Sprechers jedoch keine entsprechende Erklärung vor. Mit Vertretern der britischen Investmentgesellschaft Dawnay Day werde mit Hochdruck verhandelt, sagte der Sprecher des Insolvenzverwalters Thomas Schulz am Donnerstag.

Das Bocholter Unternehmen Gilde hatte seinen Widerspruch am Vortag zurückgenommen. Insgesamt hatten nur zwei der rund 40 000 Gläubiger Widerspruch gegen den Insolvenzplan eingelegt, der den Verzicht auf bis zu 97 Prozent der Forderungen an Karstadt in einer Gesamthöhe von rund zwei Milliarden Euro vorsieht. Falls bis um Mitternacht keine Einigung erzielt werden kann, würde sich der Einstieg des Investors um mindestens einen Monat verzögern.

Eine abschließende juristische Klärung der nach Einschätzung von Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg aussichtslosen Beschwerde könnte sich jedoch deutlich länger hinziehen. Der Karstadt-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Hellmut Patzelt warnte unterdessen in einem Gespräch mit dem Deutschlandradio Kultur vor weiteren Verzögerungen. Die Unklarheit über den weiteren Bestand der Kaufhauskette sorge bei den Mitarbeitern für große Unsicherheit.

dpa

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