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Gibt es noch Rettung für den vor der Pleite stehenden Chiphersteller Qimonda?

Ringen um Rettung von Qimonda geht weiter

München - Das Ringen um eine Rettung des von der Pleite bedrohten Speicherchipherstellers Qimonda geht in eine weitere Runde.

Die Wirtschaftsminister von Bayern und Sachsen, Martin Zeil (FDP) und Thomas Jurk (SPD), wollten noch am Freitag in einem Telefonat über Hilfe für das Unternehmen beraten, wie eine Sprecherin des bayerischen Wirtschaftsministeriums sagte. Der Mutterkonzern Infineon betonte, sich weiter um eine positive Lösung für Qimonda zu bemühen. Auch die Beschäftigten des Unternehmens machten sich für einen Erhalt ihrer Firma stark. Infineon hält 77,5 Prozent an Qimonda. Das Unternehmen kämpft massiv mit Überproduktion und Preisverfall im Halbleitermarkt. Die Suche nach einen Investor blieb bislang erfolglos.
Bayern werde sich nach Kräften für eine Stabilisierung des von der Pleite bedrohten Unternehmens einsetzen, teilte das bayerische Wirtschaftsministerium mit. "Der Freistaat Bayern steht in direktem Kontakt mit Qimonda. Wir werden Unterstützungsmaßnahmen prüfen und dabei unsere Spielräume im Interesse der Arbeitsplätze und des wichtigen Unternehmens so weit wie möglich ausschöpfen. Ein tragfähiges Fortführungskonzept hängt von den Beiträgen aller Beteiligten ab."
Aus Sorge um ihren Arbeitsplatz demonstrierten am Freitag mehrere hundert Qimonda-Mitarbeiter vor der Zentrale der Mutter Infineon für einen Erhalt ihrer Firma. Nach einer Betriebsversammlung am Morgen seien gut 300 Kollegen zur benachbarten Konzernzentrale gezogen und hätten einen offenen Brief an das Management überreicht, sagte Betriebsrat Lothar Armbrecht. In dem Schreiben prognostizieren sie eine mögliche Markterholung bereits Ende 2009 und fordern, die Liquidität des von der Pleite bedrohten Speicherchipherstellers zu sichern. Weltweit beschäftigt Qimonda rund 13000 Mitarbeiter.
Infineon hatte am Dienstag einem Rettungspaket mit dem Freistaat Sachsen eine Absage erteilt. Das Land hatte einen Kredit von 150 Millionen Euro angeboten und von Infineon gefordert, denselben Betrag zur Verfügung zu stellen. Der Konzern hatte dies aber als zu hoch abgelehnt. Ein Sprecher von Infineon wollte den aktuellen Stand der Verhandlungen am Freitag nicht kommentieren. "Wir versuchen die Sache natürlich irgendwie in den Griff zu bekommen mit einer positiven Lösung für die Firma", sagte er. Beim ursprünglichen Angebot bleibe es aber. Der Halbleiterkonzern hatte einen Kredit über 75 Millionen Euro aus eigenen Mitteln für Qimonda angeboten. Zusätzlich sollte ein Qimonda-Aktienpaket an den Freistaat Sachsen verkauft werden und der Erlös ebenfalls an Qimonda gehen. So könnten dem notleidenden Unternehmen mehr als 100 Millionen Euro zufließen.

dpa

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