"In den USA ist das Risiko sehr hoch"

- Die gute Nachricht von Infineon - ein überraschend starkes operatives Ergebnis - konkurriert mit der negativen - den Rückstellungen wegen Kartell-Verfahren in den USA. Wie beide Nachrichten zu bewerten sind, erklärt Theo Kitz, Analyst des Bankhauses Merck Finck & Co.

<P>Trotz des überraschenden Verlustes im dritten Quartal zählte die Infineon-Aktie gestern zu den größten Gewinnern im Dax. Wie ist das zu erklären?<BR><BR>Theo Kitz: Die Anleger haben offenbar mehr auf das bereinigte Ergebnis geschaut. Ohne die Rückstellungen in Zusammenhang mit den Wettbewerbsverfahren handelt es sich um gute Zahlen von Infineon. Umsatz und besonders Gewinn vor Steuern und Zinsen liegen spürbar über den Erwartungen.<BR><BR>Infineon-Chef Max Dietrich Kley hat einen optimistischen Ausblick auf den weiteren Geschäftsverlauf gegeben. Hat auch das eine Rolle für die positive Börsen-Reaktion gespielt?<BR><BR>Kitz: Der Ausblick ist erwartungsgemäß ausgefallen. Es stehen schließlich die zwei saisonal starken Quartale bevor. Zudem befindet sich die Branche derzeit im Aufschwung. Ich fand den Ausblick vor allem sehr vage. Es war ja nur allgemein von Zuwächsen bei Umsatz und Überschuss die Rede.<BR><BR>Decken die Rückstellungen in Höhe von 184 Millionen Euro alle Risiken ab oder könnte es weitere negative Einflüsse geben?<BR><BR>Kitz: Die Rückstellungen sind wohl nur für die Untersuchungen in den USA gebildet worden. Dort ist das Risiko, dass man tatsächlich geradestehen muss, dem Anschein nach sehr hoch. Eines der Unternehmen hat schon Preisabsprachen eingestanden. Angeblich hat man auch Dokumente gefunden, die andere Unternehmen belasten. Es gibt aber auch in Europa Untersuchungen. Offensichtlich ist hier das Risiko von Belastungen aber derzeit nicht so hoch, dass man Rückstellungen bilden würde. Es müssen auch nicht zwangsläufig in Europa Belastungen dazukommen, selbst wenn es in den USA zu Schadensersatz-Zahlungen käme.<BR><BR>Das Gespräch führte Dominik Müller.<BR></P><P> </P>

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