Risikolebensversicherung: Vor allem auf den Beitrag achten

- Viele Versicherungspolicen sind purer Luxus, diese aber fast nie: Die Risiko-Lebensversicherung kostet nur einen Bruchteil der "kapitalbildenden Lebensversicherung". Dabei sind die Hinterbliebenen im Todesfall nicht einmal schlechter abgesichert. Überlebt man die Laufzeit, sind die eingezahlten Beiträge verloren. Die Stiftung Warentest hat in "Finanztest" die Angebote auf den Prüfstand gestellt.

<P>Frauen zahlen weniger Beitrag</P><P>So kann ein 30-jähriger Nichtraucher seine Angehörigen bei Karstadt-Quelle für 118,12 zusätzliche 150 000 Euro hinterlassen. Ein gleichaltriger Raucher kann für den gleichen Schutz auch bis zu 464,40 Euro (BBV) im Jahr zahlen. Doch auch er könnte sparen. Cosmos-Direkt versichert seinen Tod für 171,87 Euro. Das ist immerhin deutlich weniger als der teuerste Schutz für Nichtraucher bei der Continentale für 211,70 Euro.</P><P>Leider lassen sich solche Angebote nicht verallgemeinern. Es kommt auf den Beruf und die damit verbundenen Risiken an (Dachdecker zahlen mehr), auf das Alter und das Geschlecht (Frauen zahlen weniger). Man sollte sich seine Leistungen also auf die persönlichen Lebensumstände zuschneiden lassen, und dann auf den Preis achten. "Der Preis ist das wichtigste Kriterium für ein Angebot", urteilt Finanztest. "Die Leistungen sind im Wesentlichen identisch."</P><P>Es kommt auf die  Überschüsse an</P><P>Doch eine Fallunterscheidung ist zu beachten: Auch bei Risiko-Lebensversicherern wird mit einem Polster kalkuliert, sodass sich im Normalfall Überschüsse ansammeln. An diesen müssen auch die Kunden beteiligt werden.</P><P> In der Regel wird die Überschussbeteiligung mit Beiträgen verrechnet. Steigen die Überschüsse, sinkt der Beitrag, fallen sie, steigt er. Deshalb sollte man nicht nur auf die aktuellen Raten achten, sondern auf den "Bruttobeitrag", der angibt, was man im schlimmsten Fall zahlen muss.</P><P> In wenigen Fällen werden die Hinterbliebenen mit einem zusätzlichen Todesfallbonus versorgt, der mit den Überschüssen steigt oder sinkt. Die Experten der Stiftung Warentest halten die Beitragsverrechnung für sinnvoller, weil man die Hinterbliebenen mit einem festen Betrag absichern kann. Doch kann die monatliche Belastung stark schwanken, bei einigen Tarifen liegen die Bruttobeiträge mehr als doppelt so hoch wie die, die man aktuell zahlen muss.</P><P>Wer seine Lebensversicherung in der Zukunft an veränderte Lebensumstände (etwa die Geburt eines Kindes) anpassen will, sollte darauf achten, dass eine entsprechende Nachversicherung ohne erneute Gesundheitsprüfung möglich ist.</P><P>Bevor man sich für eine Versicherungssumme entscheidet, sollte man prüfen, wie viel Geld die Hinterbliebenen tatsächlich benötigen. Dazu sollte man wissen, welche Leistungen für Hinterbliebene aus der gesetzlichen Rentenversicherung zu erwarten sind.</P><P>Obligatorisch ist es in den meisten Fällen, die Restschuld auf das Eigenheim oder die Wohnung abzusichern. Ebenso wichtig ist es, an die Ausbildungschancen der eigenen Kinder zu denken. Wenn man diese Fragen geklärt hat, sollte man nur noch eine Messlatte anlegen: Wer will für das, was ich brauche, am wenigsten Geld von mir?</P><P><BR> </P>

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Bayer sagt Trump Milliardeninvestitionen in den USA zu
Leverkusen/New York - Bayer und Monsanto wollen den künftigen US-Präsidenten Donald Trump mit Investitionen und US-Arbeitsplätzen von ihrer Fusion überzeugen.
Bayer sagt Trump Milliardeninvestitionen in den USA zu
Bis zu 90 Prozent: Deutsche Bank will Boni kürzen
Frankfurt/Main - Die Deutsche Bank könnte Medienberichten zufolge schon bald drastische Einschnitte bei den Boni ihrer Mitarbeiter verkünden.
Bis zu 90 Prozent: Deutsche Bank will Boni kürzen
Experte erklärt: So teuer kommt uns der Brexit
London - Theresa May kündigte am Dienstag den klaren Bruch mit der EU an. In unserer Zeitung erklärt der Präsident des Münchner ifo-Instituts, Clemens Fuest, wie teuer …
Experte erklärt: So teuer kommt uns der Brexit
Großkonzerne wollen Plastik reduzieren
New York - Bis 2050 wird einer Studie zufolge mehr Plastikmüll in den Weltmeeren schwimmen als Fische - wenn nicht schnell gehandelt wird. Genau das tun jetzt 40 große …
Großkonzerne wollen Plastik reduzieren

Kommentare