Roboter brauchen Pflege

- München - Je mehr Menschen aus der Fertigung verdrängt werden, desto wichtiger wird es in Unternehmen, für die Wartung von Maschinen zu sorgen. Auch ein Roboter braucht Pflege - was zum Geschäft wird. Dieser Wirtschaftszweig bekommt nun in München eine eigene Messe.

<P class=MsoNormal>"Maintain" heißt die Veranstaltung, das bedeutet auf Deutsch "instandhalten" oder "warten". Das wird für immer mehr Betriebe überlebenswichtig. "Das Teuerste ist der Stillstand der Produktion", sagt Sebastian Hinterseer von Flier. Bei dem Hersteller von Infrarot-Kameras boomt das Geschäft. Immer mehr Unternehmen setzen solche Wärmesucher ein, um drohende Ausfälle rechtzeitig aufzuspüren. Fast immer ist Hitze im Spiel: Wenn ein überlasteter Schaltkasten dabei ist, Feuer zu fangen, oder wo ein Lager heiß läuft, schlagen die Kamerasysteme Alarm. Bei BMW in Regensburg, berichtet Hinterseer, sei es gelungen, durch solche Kameras die Ausfallzeit durch Schäden auf null zu bringen.</P><P class=MsoNormal>40 Millionen Arbeitsplätze hängen an der Branche</P><P class=MsoNormal>So hoch will Ralf Simon von MAN nicht hinaus. Doch 97 bis 98 Prozent Zuverlässigkeit seien notwendig. Der Münchner Nutzfahrzeughersteller hat unter anderem den Fahrerhaus-Rohbau auf vollautomatische Produktion umgestellt. Simon erinnert sich noch an Zeiten, in denen 80 bis 85 Prozent Betriebszeit ohne Ausfall als akzeptabel galten. "Das reicht heute nicht mehr aus."</P><P class=MsoNormal>Um in diesem Bereich besser zu werden, verlassen sich Unternehmen nicht mehr nur auf interne Lösungen. Immer mehr Unternehmen spezialisieren sich auf die industrielle Instandhaltung. So hat zum Beispiel der Wälzlagerhersteller SKF, dessen Produkte auch in zahlreichen modernen Fertigungsanlagen eingesetzt werden, eine eigene Sparte "Reliability Systems" (Reliability heißt auf Deutsch Zuverlässigkeit), die auch anderen Unternehmen beim Aufbau, aber eben auch der Instandhaltung von Industrieanlagen hilft. Auch der Stahlgigant Thyssen-Krupp verfügt über eine eigene "Industrieservice-GmbH" und bietet entsprechende Dienstleistungen dort an, wo Betriebe diese Leistungen auslagern und an externe Spezialisten vergeben wollen. </P><P class=MsoNormal>Bereits heute "hängen von dieser Branche in Europa 40 Millionen Arbeitsplätze ab", so Norbert Bargmann, Geschäftsführer der Messe München. Den Jahresumsatz in Deutschland beziffert er auf 150 Milliarden Euro. Mit der Maintain (18. bis 20. Oktober 2005) soll die Branche ein Forum bekommen.</P>

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Wiederwahl und Abschied: Piëch beim Porsche-Aktionärstreff?
Jahrzehntelang war er eine, vielleicht sogar die prägende Figur in der deutschen Autobranche: Ferdinand Piëch. Der Enkel des Firmengründers und VW-Käfer-Entwicklers …
Wiederwahl und Abschied: Piëch beim Porsche-Aktionärstreff?
Kommentar: Nicht zukunftsweisend
Die EU will härtere Strafen und strengere Regeln für die Autoindustrie - dabei weisen auch sie nicht in die Zukunft, sagt Merkur-Autor Martin Prem. Ein Kommentar.
Kommentar: Nicht zukunftsweisend
Gaffal als vbw-Präsident wiedergewählt Seehofer lobt Merkel
Alfred Gaffal ist als Präsident der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft wiedergewählt worden. Bei seiner Festrede bekam er Kontra.
Gaffal als vbw-Präsident wiedergewählt Seehofer lobt Merkel
EU-Staaten wollen Aufsicht für Auto-Typzulassung verschärfen
Wie konnte es zum VW-Skandal um Tricksereien bei Abgaswerten kommen? Haben die Aufsichtsbehörden genau genug hingeschaut? Damit sich solche Fragen künftig nicht mehr …
EU-Staaten wollen Aufsicht für Auto-Typzulassung verschärfen

Kommentare