Rohstoffe heizen Börsen ein

- München - Seit fast zwei Jahren befinden sich die Preise für Rohstoffe auf einem Höhenflug. Glaubt man den Experten, dann ist auch kein Ende in Sicht. Denn die hohe Nachfrage trifft auf ein starres Angebot. Und daran dürfte sich vorerst auch nichts ändern.

<P>Die vergangenen drei Jahre waren für Anleger, die auf internationale Aktienfonds setzen, nicht allzu erfreulich. Kein Fonds dieser Kategorie weist für diesen Zeitraum einen nennenswerten Zuwachs auf. Mit einer Ausnahme: der M&G Global Basics. Über 31 Prozent waren es in den vergangenen drei Jahren. Der Grund: Der Fonds investiert überwiegend in die Rohstoffbranche und die Grundstoffindustrie. Das spiegelt wider, was sich seit einigen Jahren an den weltweiten Kapitalmärkten abspielt. Während fast alle Branchen auf Sicht von drei Jahren ein Minus aufweisen, boomt der Handel mit Rohstoffen.</P><P>"Die Preise für Öl, Gas, Metalle und sonstige Grundstoffe sind vor allem in den vergangenen 18 Monaten stark angestiegen", erläutert Graham French, Manager des M&G Global Basics. "Die Boomregion China, aber auch die wieder anziehende Konjunktur in Amerika haben dazu beigetragen, dass sich die gesamte Weltwirtschaft inzwischen wieder auf einem robusten Wachstumskurs befindet", so French. Vor allem China sorgt mit seiner prosperierenden Volkswirtschaft für einen gewaltigen Nachfrageschub. Zu den Gewinnern dieser Entwicklung zählen beispielsweise weltweit tätige Minengesellschaften wie die australische BHP Billiton, die britisch-australische Rio Tinto oder auch Ölkonzerne wie Exxon, Chevron Texaco, Total oder BP Amoco.</P><P>Prominentestes Beispiel dafür, was sich in der Rohstoffbranche abspielt, ist der Ölmarkt. Die Notierung für das schwarze Gold eilt von Rekord zu Rekord. Mitte Oktober notierte der Preis je Barrel bei über 50 Dollar - so hoch wie noch nie. "Die Zeiten des billigen Öls sind vorbei", sagt Ute Speidel, Managerin des Dit-Energiefonds. "Die freien Kapazitäten der Erdöl exportierenden Staaten sind begrenzt", so die Expertin. "Es reicht nicht, um den steigenden Bedarf an Erdöl zu befriedigen." Gleichzeitig wurden neue Investitionen in die Erdölförderung vor allem in den 90er-Jahren vernachlässigt. Kapital floss einzig in die hochgejubelte Hightech-Branche. Die Erschließung neuer Quellen ist kostspielig und dauert Jahre. "Dazu kommt, dass auch die Lager, die üblicherweise als Puffer bei steigender Nachfrage dienen, leer sind", so Speidel weiter.</P><P>Nicht ganz so akut, aber vergleichbar, ist die Situation an den anderen Rohstoffmärkten. Auch dort steht einem starren Angebot eine hohe, zum Teil steigende Nachfrage gegenüber. Was für viele Verbraucher ein Problem darstellt, kann Anlegern aber zugute kommen. Fonds, die auf Rohstoffe und Energie setzen, verbuchen seit Jahresanfang zum Teil sehenswerte Wertzuwächse. Und auch Aktien einzelner Unternehmen, die in diesem Bereich tätig sind, konnten gegen den Markttrend deutlich zulegen.</P><P>Und noch eine weitere Branche könnte insbesondere von den hohen Öl- und Gaspreisen profitieren: der Sektor der Umwelttechnologie. "Angesichts des Preisanstiegs für traditionelle Energieträger wie Öl oder Gas relativieren sich die bislang vergleichsweise hohen Kosten für Energieformen wie Solarenergie, Windkraft oder andere erneuerbare Energien", so Klaus Breil, Manager des Adig New Power. Schwerpunkt des Fonds sind Unternehmen, die direkt in einer Branche wie Windkraft oder Solarenergie tätig sind, die Anlagen für alternative Energien liefern oder über Technologien verfügen, die einen Ressourcen schonenden Umgang mit Energie ermöglichen. Und obwohl sich auch dieser Bereich in den vergangenen Monaten gut entwickeln konnte, ist Breil überzeugt, "dass das Potenzial auch hier noch nicht ausgeschöpft ist".</P>

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